Harte Strafe für ausgerasteten Fußballer: Sperre und Suspendierung

Von: Sandra Kinkel
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Ist der Umgangston auf den Fußballplätzen im Dürener Land härter geworden? Foto: Imago/Westend61
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Bernd Virnich hat lange als Trainer gearbeitet. Heute ist er Vorsitzender der „Play it-Juniors“, einem Jugendverein. Foto: S. Kinkel

Kreis Düren. Das Kreissportgericht hat entschieden: Der Spieler der zweiten Mannschaft von Schwarz-Weiß Düren, der am vergangenen Wochenende bei einer Kreisliga-B-Partie gegen den SV Niederzier ausgerastet ist (wir berichteten), wird wegen verschuldeten Spielabbruchs sowie Beleidigung und Bedrohung des Schiedsrichters für acht Monate gesperrt.

Der Verein muss zudem 50 Euro Strafe bezahlen, das Spiel wird mit 2:0 für Niederzier gewertet. „Der Punktverlust“, sagt Jürgen Knillmann, Abteilungsleiter der Senioren bei dem Dürener Verein, „tut uns am meisten weh. Für das Fehlverhalten eines Einzelnen wird die gesamte Mannschaft bestraft. Aber damit müssen wir leben.“ Schwarz-Weiß Düren hat nach dem Urteil des Kreissportgerichts den betreffenden Spieler sofort suspendiert. „Dieser Mann“, so Knillmann, „wird nicht mehr für unseren Verein spielen.“

Der Fall von vergangener Woche ist kein Einzelfall. Allein in der vergangenen Saison hat es im Fußballkreis Düren fünf Tätlichkeiten zwischen Spielern und eine gegenüber einem Schiedsrichter gegeben (siehe Themeninfo). Aber kann man deswegen insgesamt davon sprechen, dass der Ton auf den Fußballplätzen im Dürener Land härter wird? Robert Deller, Vorsitzender des Kreissportgerichts im Kreis Düren, glaubt das nicht. „Es gibt solche Fälle“, sagt er.

Aber wir können nicht von einer signifikanten Steigerung im Bereich von Tätlichkeiten gegenüber Spielern oder Schiedsrichtern sprechen.“ Jürgen Knillmann sieht das ähnlich. „Unser Verein ist zwar innerhalb eines Jahres schon zum zweiten Mal von einem Vorfall dieser Art betroffen (Anm. d. Red.: Damals hatte ein Spieler einen am Boden liegenden Kicker vom BC Oberzier absichtlich getreten.), trotzdem denke ich, dass das immer noch Einzelfälle sind.“

Ähnlich sieht das auch Philipp Sattler, Trainer der Kreisliga-A-Mannschaft vom SV Huchem-Stammeln. „Ich habe in meiner Zeit als Trainer zum Glück noch nie einen Zwischenfall dieser Art erlebt.“ Gleichwohl sei Fair Play ein Thema, das regelmäßig angesprochen würde, auch im Training. „Wir versuchen, die Spieler dafür zu sensibilisieren. Trotzdem muss ein gut geführtes Spiel auch härtere Zweikämpfe vertragen können“, sagt Sattler. „Ein gesundes und offenes Aufeinandertreffen zweier Mannschaften ist doch wünschenswert.

Das macht den Fußball spannend.“ Auch Bernd Virnich, bis vor wenigen Wochen Trainer bei Sportfreunde Düren und Vorsitzender der Play it-Juniors“, einem reinen Jugendverein, spricht von Einzelfällen. „Allerdings darf man die nicht verharmlosen“, sagt er. „Ich empfinde jeden dieser Fälle als sehr schlimm, glaube aber auch, dass solche Begebenheiten auf dem Fußballplatz ein gesamtgesellschaftliches Problem widerspiegeln.“ Bei seinem Verein versuche er dauernd, den Kindern und Jugendlichen Fairness zu vermitteln. „Immer ist das aber leider nicht möglich – auch, weil es sehr viele Erwachsene gibt, die sich über besonders talentierte Fußballkinder profilieren möchten. Der Leistungsgedanke ist einfach sehr groß.“

„Den Verein repräsentieren“

Frank Rombey, Trainer von Mittelrheinligist Viktoria Arnoldsweiler, glaubt, dass es umso weniger Zwischenfälle auf Fußballplätzen gibt, desto höher die Liga ist, in der gespielt wird. „Wir achten schon bei der Auswahl der Spieler darauf, dass sie ein vernünftiges Verhalten an den Tag legen. Und wir sagen ihnen auch sehr deutlich, dass sie unseren Verein repräsentieren und sich entsprechend zu verhalten haben – auf und neben dem Spielfeld.“

Bernd Lennartz, Trainer von Landesligist FC Niederau und seit mehr als einem Vierteljahrhundert in Sachen Fußball unterwegs, glaubt nicht, dass der Ton auf dem Fußballplatz insgesamt aggressiver geworden ist. „Zu meiner Zeit als aktiver Spieler habe ich drei Situationen erlebt, wo der Ton sehr rau war. Danach sind mir wirklich angriffslustige Situationen auf dem Fußballplatz zum Glück erspart geblieben.“ Trotzdem ist Fair Play ein Thema. „Beim Kreis-Championscup hat einer unserer Spieler in einem Zweikampf zu emotional reagiert. Das haben wir angesprochen, auch weil durch ein solches Verhalten der gesamten Mannschaft geschadet wird.“

Im Allgemeinen, ergänzt Lennartz, sei es aber nicht nötig, den Spielern zu erklären, wie wichtig faires Verhalten sei. „Das wissen die.“

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