Handwerkskammer: Volle Bücher, zu wenig Lehrlinge

Von: kin
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Heinz Hoitsma (links) und Christian Zielonka.
Heinz Hoitsma (links) und Christian Zielonka. Foto: kin

Kreis Düren. Die Mehrheit der rund 3420 Handwerksbetriebe im Kreis Düren ist sehr zufrieden mit dem zurückliegenden Wintergeschäft. Das jedenfalls ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen. Demnach beurteilen 81 Prozent aller Betriebe im Kreis Düren die Geschäftslage in den Wintermonaten als „gut“ und „befriedigend“.

83 Prozent erwarten für die Sommermonate eine positive Geschäftsentwicklung. Auch der Umsatz ist bei 66 Prozent (sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr) der Betriebe gestiegen oder zumindest stabil.

„Wir hatten ein Superhalbjahr“, bringt Uwe Günther, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, es auf den Punkt. Und Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, ergänzt: „Viele Verbraucher stehen derzeit in Lohn und Brot. Das macht sich im Handwerk bemerkbar.“ Gerade immer mehr ältere Menschen würden über die nötige Finanzkraft verfügen, um sich beispielsweise mehr Komfort zu gönnen. Decker: „Der niedrige Zinssatz wird sicherlich auch eine Rolle spielen. Oft sind Investitionen in eine Immobilie oder Verschönerungen des eigenen Zuhauses auch die einzige Kapitalanlage.“

Gewerbe, die besonders von der guten Konjunkturlage profitieren würden, sind das Baugewerbe und die Nahrungsmittelindustrie. Nicole Tomys, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer: „Auch Bäcker und Fleischer profitieren von der guten Lage.“ Elektromeister Heinz Hoitsma, Mitinhaber eines Betriebes in Nörvenich, spricht von einer „sehr guten“ Konjunkturlage. „Die Auftragsbücher sind voll“, sagt er. „Manchmal müssen wir schauen, dass wir alle Aufträge wirklich zeitnah erledigen können.“ Hoitsma und sein Partner Christian Zielonka haben deswegen einen neuen Mitarbeiter eingestellt.

„Gute Fachkräfte zu finden“, sagt Peter Deckers, „wird immer schwieriger.“ Gerade im Bereich der hochtechnisierten Berufe werde das immer schwieriger und auch bei Bäckern und Fleischern. Deckers: „Gerade in den beiden letztgenannten Berufen befürchte ich, dass wir dort irgendwann wirklich nur noch auf Produkte aus industrieller Fertigung zurückgreifen können.“

Fachkräftemangel auf der einen, zu wenig Auszubildende auf der anderen Seite sind Probleme, mit denen das Handwerk zu kämpfen hat. Deckers: „Die Flüchtlingswelle hat uns nicht in dem Maße geholfen, wie wir uns das gewünscht haben. Es dauert länger, bis die Menschen ausreichend Deutschkenntnisse haben, um eine Ausbildung machen zu können.“

Dass die Zahl der Lehrlinge im Kreis Düren anders als im Bundesdurchschnitt rückläufig ist, erklären Deckers und Tomys damit, dass der Kreis mit dem Forschungszentrum und der FH Jülich eine Technologie- und Forschungsregion ist. Trotzdem wolle man sich bemühen, mehr Auszubildende zu gewinnen. Günther: „Wir werben bei Abiturienten, Haupt- und Realschülern um eine Zukunft im Handwerk.“

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