Kreis Düren - Handwerker-WM: Vize-Weltmeister kommt aus Aldenhoven

Handwerker-WM: Vize-Weltmeister kommt aus Aldenhoven

Von: Antonius Wolters
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Stuckateure fest im Griff: Markus Prell
Die Silbermedaille der Stuckateure fest im Griff: Markus Prell belegte bei der Worldskills in Sao Paulo Platz zwei. Foto: Wolters

Kreis Düren. Spätestens mit der überlebensgroßen Jesus-Statue in Schwarz-Rot-Gold hatte der 21-jährige Stuckateurmeister Lukas Prell die Besucher im Sambadrome von Sao Paulo bei der WM der Handwerksberufe auf seine Seite gezogen.

Überall wurden die Mobiltlefone gezückt, um schnell den deutschen Vorzeige-Handwerker aus Aldenhoven und sein jüngstes Werk fotografisch festzuhalten.

Mit dem Gewinn von Rang zwei bei der Weltmeisterschaft der Handwerksberufe hat sich für Prell ein ganz privates Sommermärchen 2015 erfüllt. „Ein Punkt hat gefehlt“, sagt Prell, der jedoch nicht hadert, dass er den Titel so knapp verpasst hat, den der Kollege aus Liechtenstein eroberte. „Das sei ihm gegönnt“, hat er ungeteilten Respekt für die Leistung der anderen Stuckateure aus 17 Ländern, die um den Titel kämpften und im Verlauf des viertägigen Wettkampfs ein gutes, kameradschaftliches Verhältnis entwickelt haben. „Da waren super Jungs dabei“, gilt seine Hochachtung nicht nur dem Können, sondern auch der menschlichen Ausstrahlung der Konkurrenten.

Ebenfalls Vize-Weltmeister wurde der Kollege aus der Schweiz, der dem gleichen Trainer wie der neue Champ der Stuckateure vertraut. „Die Vorbereitung war super“, dankt Lukas Prell Nationaltrainer Jochen Drescher, der mit ihm acht Wochen am Stück für die „Worldskills“ im brasilianischen Sao Paulo trainiert hat.

Im Prinzip war die zu bewältigende Aufgabe den Teilnehmern vor dem Wettkampf bekannt, es gab lediglich eine 30-prozentige Änderung gegenüber der Trainingsaufgabe, die vor der WM her ausgegeben worden war. So galt es, eine Trockenbau-Konstruktion mit verschiedenen Öffnungen zu realisieren. Die Ausschnitte für Fenster und Türen mussten anschließend verspachtelt und es mussten diverse Stuckprofile angebracht werden. „Der Zeitfaktor macht den Unterschied zwischen WM und Alltag aus“, schätzt Prell die ganz speziellen Anforderungen der Aufgabe ein. Die größte freie Fläche an der Seite, an der keine Öffnungen anzubringen waren, durften die jungen Stuckateuren am Ende im Freestyle gestalten.

Wie erwähnt, hatte sich Lukas Prell in Ahnlehnung an die große Jesus-Statue in Rio de Janeiro für eine entsprechende Figur entschieden, die geschmückt mit Fußbällen in den deutschen und brasilianischen Farben nicht nur bei den einheimischen Besuchern im riesigen Sambadrome des zentralen Messezentrums von Sao Paulo sehr gut ankam. Dort beobachteten unter anderem täglich komplette Schulklassen die Handwerker aus aller Herren Länder.

„Das hatte schon was von Olympia“, waren Michael und Brigitte Prell, die ihrem Sohn für die Zeit der WM-Teilnahme nachgereist waren, von der Eröffnungs- und Schlussfeier begeistert, auch wenn nächtliche Schusswechsel vor ihrem Hotel die Gäste in der 20-Millionen-Metropole erschreckten.

Mit den Eltern hatte sich auch Freundin Franzi mit auf die Reise nach Brasilien begeben, um ihrem Lukas die Daumen zu drücken. Sie nahmen auch am „deutschen Abend“ teil, der vom Handwerk für die 41 WM-Teilnehmer aus 37 Berufen gegeben wurden, von denen sich am Ende fünf über Edelmetall freuen durften.

„Es war ein schönes Erlebnis. sich mit Teilnehmern anderer Nationen zu messen“, resümiert Lukas Prell, auf den nach dem Heimflug in Aldenhoven eine Überraschungsparty mit Verwandten, Freunden und der halben Feuerwehr der Gemeinde wartete, die Bruder Simon arrangiert hatte.

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