Kreis Düren - Handwerk: Konjunktur entwickelt sich besser als erwartet

Handwerk: Konjunktur entwickelt sich besser als erwartet

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Ein freundliches Bild ihrer Geschäftslage zeichnen die Gesundheitshandwerke im Kreis Düren, unter ihnen auch die Zahntechniker. Foto: ddp

Kreis Düren. Den Konjunktureinbruch in der Bundesrepublik hat das Handwerk im Kreis Düren gut gemeistert. 77 Prozent der kreisweit 3220 Unternehmen bewerten laut der Herbst-Umfrage der Handwerkskammer Aachen ihre Geschäftsergebnisse im Sommer als befriedigend oder gut.

Nach dem Frühjahrsknick haben sie wirtschaftlich einen Gang zugelegt und die herben Verluste zum Teil ausgeglichen.

„Die Konjunkturentwicklung ist besser verlaufen als erwartet”, umreißt Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, das Kernergebnis. Denn nur 46 Prozent der Kreisdürener Betriebsinhaber hätten im Frühjahr angenommen, dass sich ihre Geschäftslage binnen Halbjahresfrist verbessern oder stabilisieren würde. Der aktuelle Wert sei der Beleg für eine „rasante Aufholjagd”.

Als entscheidende Faktoren der relativ günstigen Entwicklung nennt Barkey die gute Stimmung der Verbraucher und die Anschubwirkung der Konjunkturpakete. Beides sei der Mehrzahl der Handwerksbetriebe im Kreis Düren zugute gekommen.

Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeichnet jedoch ein differenziertes Bild. Den ersten Rang in der Eigenbilanz nehmen die Bau- und Ausbaubetriebe ein, die zu jeweils 85 Prozent mit ihrem Geschäftsverlauf im Sommerhalbjahr zufrieden sind. Sie profitieren vor allem vom Konjunkturpaket und den damit verbundenen zusätzlichen Aufträgen der öffentlichen Hand zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Sanierung von Kindergärten, Schulen und Universitäten.

Ein freundliches Bild ihrer Geschäftslage zeichnen auch die Gesundheitshandwerke (Augenoptiker, Zahntechniker, Orthopädieschuhmacher); dort ist nach den tiefen Kapazitätseinschnitten eine Konsolidierung eingetreten. Leicht unter dem Durchschnitt bewegt sich die Einschätzung in der Kfz-Branche, im Lebensmittelhandwerk und in den Handwerken für den persönlichen Bedarf (Friseure, Kosmetiker, Textilreiniger, Uhrmacher oder Schuhmacher).

Mit Problemen kämpfen hingegen die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (Metallbauer, Elektromaschinenbauer, Feinwerkmechaniker und Kälteanlagenbauer), vor allem wenn sie als Zulieferer arbeiten. In diesen wichtigen Branchen geben nur 57 Prozent der Betriebsinhaber an, ihre Geschäfte seien besser oder gleichbleibend verlaufen. Wesentliche Ursache für ihre Schwierigkeiten ist der Rückgang des Exports, der große Bereiche der deutschen Industrie betroffen hat.

Handwerkliche Produkte und Dienstleistungen waren den Sommer über generell wieder stärker gefragt. 60 Prozent der Unternehmen im Kreis Düren verbuchten mehr oder gleich viele Aufträge, die übrigen mussten dagegen Einbußen verkraften.

Höhere oder konstante Umsätze fuhren 53 Prozent der Dürener Betriebe ein, der Rest verzeichnete Rückgänge. Im Durchschnitt lag die Auslastungsquote der Handwerksunternehmen im Kammerbezirk Aachen bei 79 Prozent.

Die Mehrheit der befragten Meister (62 Prozent) hielt ihre Verkaufspreise stabil, obwohl sich Rohstoffe und Energie verteuert haben. 14 Prozent der Betriebsinhaber verlangten mehr für ihre Produkte und Dienstleistungen und fingen so die gestiegenen Kosten zum Teil auf.

Verhaltene Aussichten

In den vergangenen sechs Monaten gaben 62 Prozent der Handwerksunternehmen mehr oder gleich viel Geld aus, um neue Maschinen und Fahrzeuge zu kaufen. Die übrigen warten ab und stellen Investitionsentscheidungen zurück, bis die Konjunktur auf breiter Front wieder anspringt.

Trotz der Schwierigkeiten in einigen Sektoren bewegt sich die Beschäftigungslage im Handwerk des Kreises auf hohem Niveau. 84 Prozent der Befragten vergrößerten im Sommer ihre Belegschaften oder hielten sie konstant.

Die günstige Entwicklung im Sommer darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Betriebe im Kreis mit Sorge auf die nahe Zukunft sehen. Nur 63 Prozent erwarten im Winter eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage, mehr als ein Drittel rechnet mit schlechteren Ergebnissen.

„Der Aufschwung im regionalen Handwerk ist zerbrechlich; er muss unterstützt werden, um dauerhaft zu wirken”, betont der Kammer-Hauptgeschäftsführer.
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