Handwerk an der Rur hat noch „Luft nach oben“

Von: smb
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Helmut und Karl-Heinz Löwenkamp (1. und 4. v. r.), Maschinenbauer aus Niederzier, sind sehr zufrieden mit der Auftragslage. Von der Handwerkskammer stellten Peter Deckers (2. v. r.) und Nicole Tomys die Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor. Uwe Günther (Mitte) ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Foto: smb

Kreis Düren. Ein bisschen neidisch können die Handwerker aus dem Kreis Düren schon in den Kreis Euskirchen blicken. Von einer „Super-Sommerkonjunktur“ spricht die Handwerkskammer Aachen mit Blick zum Nachbarn, sogar von Champagnerstimmung.

Dem Kreis Düren attestiert sie nach einer Konjunkturumfrage „weniger Schwung“ und „Luft nach oben“. Bei den Linien in den Diagrammen der Herbstkonjunkturumfrage liegt der Kreis Düren immer ein Stück unter dem Durchschnitt des Kammerbezirks. Das tut er immer.

„Aber auch die Zahlen für Düren sind sehr gut, die Entwicklung positiv“, betont Nicole Tomys, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer. Und Hauptgeschäftsführer Peter Deckers erklärt: „Vor allem die Lage im Bau- und Ausbaugewerbe ist im Bezirk hervorragend. Diese sind im Kreis Düren aber nicht so stark vertreten.“ Gleichwohl hätten sich die Geschäftslage und die Stimmung bei viel mehr Betrieben als erwartet verbessert oder stabilisiert. „Und trotz des bevorstehenden Winters blicken viele Firmen optimistisch in die Zukunft“, freut sich Deckers, auch wenn sie von einer „konjunkturellen Atempause“ ausgehen würden.

156 Handwerksbetriebe aus allen Branchen in den Kreisen Düren und Euskirchen haben an der Umfrage teilgenommen. Das schließt Optiker und Bäcker ebenso ein wie Baufirmen, Maler, Tischler, Friseure und KfZ-Betriebe. Das sei statistisch nicht repräsentativ, aber vom Trend her absolut belastbar, unterstreicht die Kammer.

51 Prozent sind mit der Entwicklung im Vergleich zum vorherigen Halbjahr zufrieden, 36 Prozent blicken auf eine gute Entwicklung zurück. Mit einer Kapazitätsauslastung von 85,2 Prozent hatten die Dürener Meisterbetriebe etwas weniger zu tun als der Kammerdurchschnitt (86,1 Prozent). Während viele Handwerksbetriebe im Kreis Euskirchen im vergangenen Halbjahr auf ein Umsatzplus blicken können (82 Prozent), sind die Umsätze im Kreis Düren bei weniger Betrieben (67 Prozent) gestiegen.

Die Handwerkskammer geht davon aus, dass die Euskirchener Betriebe vor allem von den zahlreichen Bau- und Ausbauvorhaben im Ballungsraum Köln-Bonn profitiert hätten. „Die höhere Arbeitslosigkeit, die stärkere Abhängigkeit vieler Handwerksbetriebe von der regionalen Industrie sowie die ‚Sandwich-Lage‘ des Gebiets zwischen den Oberzentren Aachen und Köln-Bonn mit starken handwerklichen Wettbewerbern in deren Umlandkreisen, machen es den Meisterbetrieben schwerer, im gleichen Umfang von der Hochkonjunktur zu profitieren“, analysiert die Handwerkskammer die Lage im Kreis Düren.

Die Entwicklung im sogenannten „Handwerk für den gewerblichen Bedarf“, also zum Beispiel bei Maschinenbauern, ist nicht durchweg positiv. Auch das wirkt sich in Düren aus, wie Uwe Günther, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft erklärt: „Die Finanzlage in China, das Russlandembargo und die Ölpreisentwicklung im arabischen Raum wirken sich auf direkten Export aber auch auf Zulieferungen aus.“

„Gute Zukunftsaussichten“ gibt es laut Handwerkskammer für die Angestellten: 88 Prozent der Betriebe im Kreis Düren würden davon ausgehen, dass sie ihre Belegschaftsstärke halten oder sogar ausbauen können. Die Kammer freut sich auch über ein leichtes Plus an Ausbildungsverträgen. Bis zum 30. September hatten im Kreis Düren 429 junge Menschen einen Lehrvertrag unterzeichnet. Im vergangenen Jahr hatte es weniger Neuzugänge gegeben. Die Kammer hofft, dass dieser Negativtrend gestoppt ist. Wirtschaft

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