Inden/Kreis Düren - Grüne unterstützen Kombikraftwerkspläne der Solarparc AG

Grüne unterstützen Kombikraftwerkspläne der Solarparc AG

Von: ahw
Letzte Aktualisierung:
energier3_xxx
Energieprojekt nach Ende des Tagebaus: Udo Hanisch (r.) von der Solarparc AG erläutert den Grünen-Politikern (v.l.) Hella Rehfisch, Oliver Krischer und Gudrun Zentis das Konzept eines regenerativen Kombikraftwerks. Foto: Wolters

Inden/Kreis Düren. Wie eine riesige Wunde klafft das weitläufige Loch im Boden, das die Braunkohlenbagger gegraben haben. Am Aussichtspunkt bei Inden/Altdorf skizziert Udo Hanisch von der Solarparc AG, welche energetische Komponente einmal die Tagebaufolgelandschaft ergänzen könnte.

Hanisch stellt mit den Grünen-Politikern Hella Rehfisch (Inden), der Kreisvorsitzenden Gudrun Zentis und Oliver Krischer, Fraktionsvorsitzender im Kreistag, das Konzept „Energielandschaft Indeland” vor. Ein regeneratives Kombikraftwerk mit Wind, Solar und Biomasse soll nichts weniger als die Energieversorgung der Zukunft schaffen. Zudem solle die Belästigung der Menschen so gering wie möglich ausfallen.

20 Hektar großer Solarpark

Die geplante klimafreundliche Energiegewinnung, für die eine rekultivierte Konversionsfläche gepachtet oder gekauft werden soll, benötigt viel Raum. Allein 20 Hektar hat Hanisch für den Solarpark veranschlagt, wobei etwa ein Drittel der Fläche von fest aufgeständerten Modulen eingenommen wird, die in Reihen Richtung Süden ausgerichtet werden müssen. Als Energieertrag hat der Diplomingenieur für die Freiflächen-PV-Anlage jährlich neun Millionen Kilowattstunden (kWh) angesetzt. Die Investitionskosten betragen für diese Komponente rund 32 Millionen Euro.

Die Kraft des Windes sollen zwei Enercon E-126 nutzen, die derzeit leistungsstärksten Anlagen weltweit mit einer Nabenhöhe von 135 und einem Rotordurchmesser von 126 Metern. Als Energieertrag werden hier rund 30 Millionen kWh erwartet bei Investitionen von rund 18 Millionen Euro. Als Mindestabstand der Kolosse zum nächsten Wohnhaus werden 1,5 bis 2 Kilometer angepeilt, um Belästigungen zu minimieren.

Damit auch dann Strom fließt, wenn der Wind nicht weht oder nachts die Sonne nicht scheint, kommt als dritte Komponente die Biogasanlage als, so Hanisch, „ideale Ergänzung” ins Spiel. Sie liefert jährlich sechs Millionen kWh und für sie müssen rund drei Millionen Euro investiert werden. Verwendet werden soll in dieser Anlage Biomasse von hoher Verfügbarkeit, von Gülle bis Stroh sei da vieles denkbar.

Die Solarparc AG ist ein Tochterunternehmen der Bonner Solarworld AG, die bei der Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen als Modullieferant und Generalunternehmer auftritt. Mit Windkraftanlagen - insgesamt wurden 45 Anlagen mit einer Leistung von 57,3 MW installiert - ist Solarparc übrigens auch im Südkreis Düren stark vertreten, so in Heimbach-Vlatten, Nideggen-Berg, Merzenich, Vettweiß und Nörvenich. Das Unternehmen akquiriert Standorte, entwickelt Projekte und sorgt für die schlüsselfertige Errichtung. Betriebsführung und Wartung sowie die Funktion als Betreiber der Anlage sind weitere Tätigkeitsfelder.

Das Konzept der „Energielandschaft Indeland” hat Udo Hanisch bereits beim Kreis Düren und der Entwicklungsgesellschaft Indeland als mögliches Projekt vorgestellt. Landrat Wolfgang Spelthahn habe gesagt, es sei zu prüfen, ob Akzeptanz für ein derartiges Vorhaben in der Bevölkerung besteht. Hanisch weiß dabei die Grünen an seiner Seite, die sich in den politischen Gremien für das neuartige Kombikraftwerk mit einer Investitionssumme von rund 53 Millionen Euro stark machen wollen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert