Großfeuer: Bürgerhaus ist nicht zu retten

Von: Stephan Johnen
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Feuer Bürgerhaus
Die Feuerwehr Düren war mit einer Drehleiter vor Ort. Foto: Johnen

Wollersheim. Das Wollersheimer Bürgerhaus an der Zehnthofstraße ist ein Raub der Flammen geworden. Gegen 0.30 Uhr rückte die Feuerwehr an, weil ein Feuerschein im Thekenbereich gemeldet worden war. „Das Feuer hat sich über die Versorgungsleitungen schnell im Haus ausgebreitet“, sagte Einsatzleiter Karl-Heinz Latz unserer Zeitung.

Erst am frühen Donnerstagmorgen, gegen 6 Uhr, hatten die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Im Bürgerhaus fand zum Zeitpunkt des Brandes keine Veranstaltung statt.

„Wir sind nur schwer an die Glutnester in der Zwischendecke herangekommen“, erklärt Einsatzleiter Karl-Heinz Latz. Die etwa 60 Zentimeter dicke Zwischendecke habe aus drei Schichten bestanden: Holzbalken und Teer, einer Schalldecke und Dämmmaterial. Das Feuer sei deswegen „schneller weggelaufen“, als die Feuerwehr mit dem Löschwasser in diese Konstruktion hineingekommen sei.

Während der Saal im Erdgeschoss vom Feuer offenbar weitgehend verschont blieb, wüteten die Flammen im Gesellschaftsraum über der Theke und schlugen auch durch das Dach. Die Wehr geht von einem Totalschaden aus. Im Jahr 1993 wurde das Gebäude, das von der Stadt Nideggen gepachtet wird, zum Bürgerhaus umgebaut.

Etwa 140 Einsatzkräfte waren in Wollersheim im Einsatz, Unterstützung für die Löschgruppen der Nideggener Wehr kam aus Kreuzau, Düren, Heimbach und Langerwehe, die Feuerschutztechnischen Zentren des Kreises Düren und des Kreises Euskirchen steuerten Atemschutzgeräte und eine Drehleiter bei.

Die Ortsdurchfahrt blieb noch bis zum späten Donnerstagmittag gesperrt. Das Technische Hilfswerk sicherte am Vormittag die einsturzgefährdete Fassade ab und baute ein Gerüst, damit die Feuerwehrleute von außen die Zwischendecke einreißen und alle Glutnester ersticken konnten. Teile der Decke waren bereits eingestürzt.

Luftmessungen hätten ergeben, dass für die Anwohner keine Gefahr bestand, vorsorglich wurde jedoch der Kindergarten am Donnerstag gar nicht erst geöffnet. „Der Regen drückt die ganzen Rußpartikel nieder“, sagte Einsatzleiter Karl-Heinz Latz angesichts des auch am Morgen noch qualmenden Gemäuers. Die Brandursache muss noch geklärt werden.

Ein Übergreifen des Feuers auf Nachbarhäuser wurde verhindert, die Nachbarn hatte die Feuerwehr vorsorglich evakuiert. Sechs Menschen fanden in einem Hotel Obdach, zehn Anwohner wurden im Gerätehaus der Feuerwehr Wollersheim vom Malteser Hilfsdienst versorgt.

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