Radarfallen Bltzen Freisteller

Gewalt am Tagebau eskaliert

Von: smb/sj
Letzte Aktualisierung:
11616802.jpg
Laut RWE haben Aktivisten diese Station angezündet. Foto: RWE

Hambach. Der Konflikt zwischen den Braunkohlegegnern und dem Tagebaubetreiber spitzt sich immer weiter zu. Wie RWE mitteilt, sollen am Donnerstag 30 Vermummte, die Tarnkleidung trugen und mit Messern, Steinen, Zwillen und Wurfgeschossen bewaffnet waren, das Rodungsteam und die Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma angegriffen haben.

Bei dieser Attacke seien fünf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verletzt worden.

„Ein Mitarbeiter, den ein Wurfgeschoss durch eine geschlossene Autoscheibe am Kopf getroffen hat, erlitt eine Platzwunde, die im Krankenhaus versorgt werden musste. Einem anderen Mitarbeiter wurden Verletzungen an der Hand zugefügt“, teilt RWE darüber hinaus mit. Zudem sei es wegen des Einsatzes von Reizgas zu Hautreizungen gekommen. Wie der Energiekonzern schildert, seien mehrere Fahrzeuge stark beschädigt und eine Pumpstation angezündet worden.

„Das ist eine neue Stufe der Gewalt. Es geht nicht um demokratische Protestformen. Gewaltbereite Vermummte gefährden bewusst Menschen. Das verurteile ich aufs Schärfste“, sagt Tagebauleiter Thomas Körber. „Wir werden mit allen juristischen Mitteln dagegen vorgehen.“

Aus Sicht der Braunkohlegegner ist der Tag gänzlich anders abgelaufen. Sie konstatieren in einer Mitteilung und auf ihrer Internetseite, dass von beiden Seiten Steine geflogen seien, werfen dem Sicherheitsdienst Gewalt vor. Sie beschuldigen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, drei Besetzer mit seinem Jeep „überfahren“ zu haben. Eine Sprecherin, die anonym bleiben will, unterstellt sogar „versuchten Mord“. Ein Video soll dies belegen, es ist aber aus zu weiter Entfernung aufgenommen, um Details erkennen zu können.

Eine Anzeige hat der verletzte Aktivist nicht erstattet. Er fürchte Repressalien, wenn er seinen Namen bekannt gebe, sagt die Sprecherin. Der besagte Mann wurde wegen Landfriedensbruchs und der Störung öffentlicher Betriebe in Gewahrsam genommen, ein Arzt bescheinigte seine Haftfähigkeit. Da der Mann zwar keine Anzeige erstattet hat, der Polizei aber mitteilte, er sei „überfahren worden“, haben die Beamten die Ermittlungen aufgenommen.

Ansonsten bestätigt die Polizei die von RWE geschilderte Situation. Der Staatsschutz in Aachen hat die Ermittlungen aufgenommen. „Mit einem friedlichen Protest zum Schutz des Klimas sowie des Hambacher Forstes hat das Begehen derartiger Straftaten nichts zu tun“, betont eine Polizeisprecherin. Die Sprecherin der Aktivisten rechtfertigt den Einsatz von Gewalt und bezeichnet ihn angesichts der RWE-Tätigkeiten – die Aktivisten sprechen vom „Totengräber des Rheinlands“ – als „angemessen“. Jedes Individuum unter den Besetzern treffe diese Entscheidung aber eigenständig. Den Einsatz eines Messers dementiert die Frau jedoch.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert