„Gesichter der Pflege“ rückt Altenbetreuung ins rechte Licht

Von: Stephan Johnen
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Zeit ist in der Altenpflege ein kostbares Gut. Statistisch betrachtet muss jede vierte Minute der Arbeitszeit für Dokumentation aufgebracht werden, gleichzeitig darf das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommen. Foto: Stock/epd

Kreis Düren. Altenpflege ist chronisch unterfinanziert, der Arbeitsalltag ist stressig, die Zeit ist knapp. „Wenn über Altenpflege geredet wird, werden diese drei Punkte immer genannt“, sagt Gabriele Jendrzey, Leiterin des evangelischen Fachseminars für Altenpflege bei der Low-tec in Düren.

„Über die positiven Seiten der Arbeit, die Karrieremöglichkeiten und die Fortbildungsmöglichkeiten aber redet niemand“, bedauert sie. Eine Einschätzung, die Hubert Wehren, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Düren, teilt: „Der Grund zur Kritik an vielen Stellen im Pflegebereich wird nicht geleugnet, aber die Fokussierung auf das Problematische und auf schwarze Schafe wirft ein falsches Licht auf diesen für uns alle gesellschaftlich so wichtigen Bereich“, findet er. Wohl auch aus diesem Grund laden die Arbeitsagentur und die Jobcom zu einer Informationsveranstaltung „Gesichter der Pflege“ ins Kreishaus ein.

Im Vordergrund des Infotages zum Berufsfeld der Altenpflege stehen am Donnerstag, 26. Juni, 10 bis 14 Uhr, daher im Dürener Kreishaus auch weniger bekannte Möglichkeiten der Weiterqualifizierung. Interessenten sollen Karrierewege aufgezeichnet werden: von der Umschulung über die Ausbildung zur Fachkraft bis hin zu einem Pflegemanagement-Studium. Kooperationspartner von Arbeitsagentur und Jobcom sind die gemeinnützige Qualifizierungsgesellschaft Low-tec, das Fachseminar „maxQ“ sowie Altenpflegeeinrichtungen aus dem Kreis Düren.

Der Infotag richtet sich an alle, die über eine neue Ausbildung oder eine Umschulung nachdenken, ganz bewusst sind auch Erwachsene eingeladen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Im vergangenen Jahr hätten Arbeitsagentur und Jobcom beispielsweise mehr Umschüler fördern können, als es Kursteilnehmer gab. „Diese einjährige Qualifizierung zum Altenpflegehelfer und zur Altenpflegehelferin ist die Eintrittskarte und ermöglicht weitere Schulungen beziehungsweise eine Ausbildung zur Fachkraft“, erklärt Heike Knobel-Hemesoth, Lehrerin für Pflegeberufe in Düren. „Gute Mitarbeiter werden immer gesucht. Und Altenpflege ist ein sicherer Job“, rührt sie die Werbetrommel für diesen Beruf.

Informationen soll es am Donnerstag im Kreishaus aber nicht nur von den Lehrern der Fachseminare geben. Ansprechpartner der Jobcom und der Arbeitsagentur beraten beispielsweise über die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Förderung, bei potenziellen Arbeitgebern können Praktika abgesprochen und erste Kontakte geknüpft werden.

Die Veranstaltung wird jedoch maßgeblich von den derzeitigen Auszubildenden und Umschülern gestaltet. An sogenannten Praxisstationen soll es anhand von Fallbeispielen realistische Einblicke in den Berufsalltag geben. „Es gilt, mehr Menschen dazu zu bewegen, sich zur Fachkraft ausbilden zu lassen“, sagt Hubert Wehren von der Arbeitsagentur. „Die Menschen, die an den vielen Stellen im Pflegebereich ihre Arbeit meistern, tun dies häufig mit Hingabe, menschlicher Wärme und Anteilnahme“, zollt er den Altenpflegern Respekt.

Die DZ hat sich im Vorfeld des Infotages mit einigen „Gesichtern der Pflege“ getroffen und sich über den Arbeitsalltag und ihre Überlegungen bei der Berufswahl unterhalten. Auch mehrere Karrierewege werden nachgezeichnet.

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