Kreis Düren - Germania Binsfeld: Rückzug-Theater mit bitterem Nachgeschmack

Germania Binsfeld: Rückzug-Theater mit bitterem Nachgeschmack

Von: hfs
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Kreis Düren. Was sich bereits vor Wochen abzeichnete, wurde, wie berichtet, nun Wirklichkeit. Kurz vor dem Saison-Anpfiff zog Germania Binsfeld seine erste Mannschaft aus der Kreisliga A zurück.

„Wir stehen mit einem namhaften Dürener Trainer im Gespräch. Er bringt die nötigen Spieler mit, damit wir eine gute Mannschaft stellen können“, sagte Anfang Juli Binsfelds Geschäftsführer Herbert Schwahn auf Anfrage.

Zuvor hatte die Sportredaktion berichtet, dass Binsfeld seine erste Mannschaft zurückziehen würde mit Hinweis auf ein Gespräch, dass mit Trainer Holger Fischer geführt worden war. Tenor: Binsfeld starte einen Neuanfang in der C-Liga. Doch diese Aussage wurde direkt vom geschäftsführenden Vorstand dementiert, weil man ja mit einem „bekannten“ Dürener Trainer in Verhandlung stünde.

Schnell wurde klar, dass es sich bei diesem um den Dürener Ex-Profi Gert Engels handelte. Der würde, sollte eine Einigung zustande kommen, dann, so Schwahn, sechs bis sieben Japaner aus seiner Fußballschule „soccer life“, die der Dürener in seiner Heimatstadt und in Japan betreibt, mit nach Binsfeld bringen.

Die von der Germania angedachte Zusammenarbeit scheiterte daran, dass kein junger Japaner in der höchsten Dürener Liga kicken wollte. „Ich habe diese Möglichkeit mit meinen Partnern in Japan beworben, aber es bestand kein Interesse“, sagte Gert Engels, der den Nachwuchs aus Nippon vormittags trainiert hätte.

Binsfelds Dilemma begann, als Trainer Peter Eschweiler, der zehn Jahre lang bei der Germania aktiv war, schon in der Winterpause trotz hervorragend verlaufener Hinrunde verkündete, dass er seine Tätigkeit beim SV in Kelz als verantwortlicher Übungsleiter fortsetzen werde. Mit Eschweiler gingen neun Spieler, sieben weitere kehrten der Germania ebenfalls den Rücken. Was natürlich im Fußballkreis Düren ebenso für Gesprächsstoff sorgte, wie die Hinhaltetaktik des Binsfelder Vorstandes. Das wies Geschäftsführer Schwahn allerdings zurück. „Wir haben bis zum Schluss versucht, eine Mannschaft zu stellen.“

Schwahn wies auch den Vorwurf zurück, gepokert zu haben, um eine höhere Ablösesumme für die nach Kelz abgewanderten Spieler als A-Ligisten, was Binsfeld bis zur Zurückziehung ja noch war, zu erzielen. Auch wenn sich die beiden Vereine mittlerweile einig geworden sind, eine Entschädigung für sieben Spieler gezahlt wurde, hat das ganze Theater einen bitteren Nachgeschmack.

Leidtragender ist auch die SG Vossenack/Hürtgen. Die SG wäre bei vorzeitigem Binsfelder Rückzug in den Genuss des Aufstiegs in die A-Liga gekommen wäre. „Das wäre sportlich fair gewesen“, sagten deren Vereinsvertreter. „Aber nachtreten werden wir jetzt nicht mehr.“

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