Gemeinsamer Unterricht: In Inden schon Realität

Von: Antonius Wolters
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Team-Teaching demonstrieren Ulrike Finger und Ingo Hagedorn in der Klasse 7b. Foto: Wolters

Inden. Schon immer arbeiten in der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Inden die Regel-Pädagogen mit Förderschullehrern zusammen. Seit Beginn dieses Schuljahres ist diese Kooperation augenfällig, denn die Kollegen unterrichten und betreuen meist im Team ihre jeweilige Lerngruppe.

Diese integrative Beschulung, wie der Fachbegriff lautet, halten Rektor Jürgen Rudig und sein Kollegium auch für richtig, um den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht zu werden.

Schon lange werden in der GHS Inden Mädchen und Jungen mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung sowie solche mit Defiziten in der sprachlichen Entwicklung beschult. In diesem Jahr sind auf Anregung des Schulamtes erstmals vier Kinder mit dem Förderbedarf Lernen dazugekommen, die differenziert beschult werden und kein Zeugnis nach Noten erhalten.

Diese Herausforderung, die mit dieser neuen Schülergruppe in Klasse 5 verbunden ist, führte dazu, den gemeinsamen Unterricht in allen Stufen neu zu organisieren. So wurde das Konzept mit dem „Team-Teaching” entwickelt, das zum Halbjahr einer unabhängigen Beurteilung und Bewertung unterzogen wird. Zudem erlebten die neuen „Fünfer” eine Einführungswoche, in der sich unter anderem erst die eigentliche Klassenbildung vollzog. Darauf wirkte sich das Sozialverhalten aus, wer mit wem am liebsten in einer Klasse sein wollte. Nicht zuletzt standen in der Einführungswoche Eingangsdiagnosen in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch auf dem Stundenplan, um herauszufiltern: Wer muss wo gefördert werden?

Die „Sortierung” innerhalb der Jahrgangsstufe erfolgt nach individuellem Förderbedarf, um Kleingruppen zu erhalten, die optimal gefördert werden können. Besonderes Augenmerk liegt auf Mathematik als Schlüsselqualifikation für viele Berufe und Deutsch, das nicht nur für das Verständnis von Textaufgaben wichtig ist. Koordiniert werden die Förderkinder von Angelika Imkamp-Klein.

Förderung ist aber längst nicht auf die Schwächeren beschränkt. Konrektor Helmut Gülden hat Technikangebote in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg Düren und den Vereinigten Industrieverbänden entwickelt, die sich an besonders begabte und motivierte Schülerinnen und Schüler richten, die nachmittags freiwillig bis zu vier Stunden lang tüfteln.

Viele Kooperationspartner helfen auch dabei, dass die Hauptschule in Sachen Berufsorientierung breit aufgestellt ist. „Ich möchte, dass alle einen Ausbildungsplatz finden”, gibt es, so Rektor Rudig, beispielsweise die Zusammenarbeit mit zehn Indener Handwerksbetrieben und dem RWE-Ausbildungszentrum. Auch bei den Betriebspraktika haben sich die Indener etwas Neues einfallen lassen: Beim Jahrestagspraktikum absolvieren die Schüler der Abschlussklassen nicht wie bisher ein dreiwöchiges Betriebspraktikum, sondern besuchen ein wöchentliches Tagespraktikum. Die Betriebe lernen so übers Jahr einen potenziellen Auszubildenden kennen und präsentieren zudem das Berufsbild in all seinen Facetten . Der Schüler kann sich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz erarbeiten und erfährt, was von ihm verlangt wird.

Neben dem glatten Übergang in einen Beruf liegt Rektor Rudig die Gesundheit von Kollegium und Schülerschaft am Herzen. Auch hier kann er stolz Erfolge vorweisen: Als einzige Schule im Kreis Düren gewann die Ganztagseinrichtung in diesem Jahr den mit 5600 Euro dotierten Entwicklungspreis der Rheinischen Unfallkasse „Gute gesunde Schule”.
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