Gelungene Integration braucht Bildung

Von: Leandra Kubiak
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Sybille Haußmann (Kreisverwaltung), Jürgen Fischer (Leiter des Kommunalen Integrationszentrums; rechts) und Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.r.) freuen sich, dass die Förderung für zwei Stellen in der Integrationsarbeit durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt wurde. Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel (2.v.l.) überreichte gestern im Kreishaus den Bewilligungsbescheid. Foto: Leandra Kubiak

Kreis Düren. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Düren bekommt Verstärkung: Ab Herbst werden dort zwei Bildungskoordinatoren arbeiten. Finanziert werden diese beiden zusätzlichen Stellen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär des Ministeriums, hat dem Kreishaus am Mittwoch einen Besuch abgestattet und eine entsprechende Förderungsbewilligung an Landrat Wolfgang Spelthahn übergeben. „Das ist ein äußerst positiver Anlass, aus dem wir heute zusammensitzen“, freut sich Wolfgang Spelthahn. „Wir fühlen uns durch diesen Besuch wertgeschätzt und in unserer bisherigen Arbeit bestätigt“, sagt er.

Viele junge Menschen

Unter den Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa gekommen sind, seien vor allem viele junge Leute, meint Rachel. Und bei denen müsse angesetzt werden. Die Kinder sollten in Kitas, Schulen und später in Hochschulen integriert werden. „Bildung ist ganz wichtig“, sagt Rachel, und Bildung finde eben immer „vor Ort“ statt, liege also jeweils bei den Kreisen.

„Jedes Kind hat ein Recht auf Schulbesuch, egal welchen Aufenthaltsstatus es hat“, erklärt Sybille Haußmann, Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Integration, die Sachlage. Grundsätzlich sei es im Kreis Düren bisher nicht zu längeren Wartezeiten für die Kinder gekommen, bis sie eingeschult werden konnten.

Nichtsdestotrotz stelle es die Einrichtungen vor eine besondere Herausforderung, die Flüchtlinge zu integrieren, ist Rachel überzeugt. Schließlich hätten sie eine schreckliche Flucht hinter sich und außerdem ganz andere kulturelle und religiöse Erfahrungen gesammelt, als die Kinder, die in Deutschland aufgewachsen sind.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen und die Kinder gut zu integrieren, würden die zwei neu geschaffenen Stellen nun sehr gelegen kommen, meint Haußmann.

Die Kreisverwaltung befindet sich gerade im Auswahlverfahren für die neuen Stellen, die im Idealfall ab Oktober besetzt werden sollen. Ausgeschrieben sei die Stelle für Soziologen, Sozialarbeiter, oder andere Geisteswissenschaftler gewesen, sagt Spelthahn. „Wichtig ist uns in erster Linie, dass die Motivation für diese Arbeit stimmt.“ Mit der Resonanz ist die Kreisverwaltung zufrieden: Rund 50 Interessenten haben sich beworben, und das, obwohl derartige Stellen derzeit gefragt sind und Fachkräfte entsprechend eher knapp.

Auf zwei Jahre befristet

Die Stellen sind zunächst auf zwei Jahre befristet, für diesen Zeitraum gibt es vom Bundesministerium eine Förderung von rund 200000 Euro. „Wir hoffen aber, dass wir die Kräfte auch langfristig übernehmen und für unterschiedliche Aufgaben einsetzen können“, erklärt Spelthahn.

Aufgabe der Bildungskoordinatoren wird es sein, die Strukturen der Flüchtlingshilfe im Kreis Düren bis 2018 zu optimieren. In Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen, Fachleuten aus der Flüchtlingsarbeit und Ehrenamtlern sollen sich die Koordinatoren zunächst einen Überblick verschaffen. Auch Flüchtlinge selbst sollen in den Prozess einbezogen werden. 5000 Flüchtlinge leben zur Zeit im Kreis.

Wichtig ist Sybille Haußmann, dass die Förderung letztlich nicht nur Flüchtlingen zugute kommt. Profitieren würden alle Menschen, die nach Düren eingewandert sind. Die Bildungskoordinatoren werden unter anderem dafür zuständig sein, eine größere Transparenz zu schaffen, welche Angebote es im Kreis, zum Beispiel im Bereich der Sprachkurse, gibt.

Und letztlich profitiere schließlich die gesamte Gesellschaft davon. Das Ziel ist, Zugewanderte gelungen zu integrieren. „Schlimm wäre, wenn sich eine separate Gruppe bildet“, ist auch Spelthahn überzeugt.

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