Kreis Düren - Geld für Bürgerprojekte: Ideen und Vorschläge sind gefragt

Geld für Bürgerprojekte: Ideen und Vorschläge sind gefragt

Von: Sonja Essers
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Lucia Blender und Marco Johnen koordinieren das Projekt. Foto: Sonja Essers

Kreis Düren. Wohin mit dem Hausmüll und landwirtschaftlichen Abfällen? Diese Frage könnte schon bald beantwortet werden. Die Lösung dafür bietet die so genannte Brikettpresse, eine Maschine, die den ungeliebten Müll in Biomasse-Briketts umwandelt, mit denen geheizt werden kann.

Idealerweise würde diese nicht nur in einem Ort stehen, sondern täglich wandern und so viele Menschen wie möglich mit Briketts zu versorgen. Die Brikettpresse ist eine von 63 Projektideen, mit denen sich die Regionalmanager Lucia Blender und Marco Johnen auseinandersetzen.

Unter dem Oberbegriff „Leader“ fördert die Europäische Union die ländliche Entwicklung. Auch der Kreis Düren und die Städteregion Aachen gehören dazu. Die neun Tagebau-Anrainer-Kommunen Aldenhoven, Inden, Langerwehe, Merzenich, Niederzier und Titz, die Städte Jülich und Linnich sowie Eschweiler – von der allerdings nur einzelne Stadtteile dabei sind – schlossen sich vor rund einem Jahr zum Rheinischen Revier an Inde und Rur zusammen, bewarben sich beim EU-Förderprogramm und wurden aufgenommen. Für lokale Projekte erhält der eingetragene Verein von der EU nun Fördergelder von 3,1 Millionen Euro.

Anfang 2017 entscheidet der Vorstand des Vereins darüber, welche Projekte die ersten sind, die gefördert werden. Ideen gibt es zwar viele, Lucia Blender und Marco Johnen wünschen sich dennoch, dass sich noch mehr Bürger beteiligen.

Bei „Leader“ geht es nämlich darum, dass Ideen von Bürgern eingebracht und umgesetzt werden. Blender und Johnen unterstützen Antragsteller von der Idee bis zur Umsetzung. Wer eine Idee hat, kann sich an die beiden Regionalmanager wenden. Wichtig ist, dass jede Idee in eines der drei vorgegebenen Handlungsfelder passt. Eines dieser Handlungsfelder trägt den Namen „Energie(wende)“, die beiden anderen heißen „Regionaler Zusammenhalt“ sowie „Natur und Kulturlandschaft“.

Ideengeber unterstützen

Passt die Idee in eines dieser Handlungsfelder, muss eine Projektskizze angefertigt werden. Das Projekt muss nicht nur beschrieben werden, sondern es erfolgt unter anderem auch eine Aufstellung der Kosten. Beim Ausfüllen der Anträge werden die Ideengeber von Johnen und Blender unterstützt. „Wir versuchen, die Projekte mit den Bürgern so weit zu entwickeln, dass sie zur Bewertung in den Vorstand gegeben werden können“, sagt Johnen.

Dieser bewertet die Projekte nach vorgeschriebenen Kriterien. Jedes Projekt muss die formalen Voraussetzungen erfüllen, zudem muss die Finanzierung geklärt und die Idee muss umsetzbar sein. „Wir empfehlen den Antragstellern, dass sie den Bewertungsbogen vorher selbst ausfüllen, dann können Sie oft besser einschätzen, wie gut ihr Projekt wirklich ist und ob vielleicht noch etwas verbessert werden muss“, sagt Johnen.

Entscheidet sich der Vorstand – der übrigens mehrheitlich aus privaten Personen und zu einem Drittel aus Frauen bestehen muss – für ein Projekt, kann der Förderantrag bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden. Gefördert werden die Projekte mit Zuschüssen von bis zu 65 Prozent der Gesamtkosten. 35 Prozent der Kosten zahlen die Antragsteller. Die Summen können sie jedoch durch ehrenamtliche Tätigkeiten senken. „Das ist vor allem für Vereine interessant. Wenn Mitglieder ihre ehrenamtliche Arbeit einbringen, können sie so die Eigenleistung reduzieren“, sagt Johnen. Auch Co.-Finanzierungen in Form von Spenden sind möglich.

Derzeit liegen 63 Ideen vor. Einige wenige sind bereits ausgearbeitet, an anderen wird noch gefeilt. Blender und Johnen finden besonders interessant, wie vielseitig die Projekte sind, die bei ihnen eingereicht werden. Von der Pflege von Streuobstwiesen, über ein Gemeinschaftsauto für Golzheim, Frenz und Tietz-Rödingen, bis hin zu einem Konzept zur Sicherung der Nahversorgung: Der Kreativität der Bürger sind nur die Grenzen gesetzt, die „Leader“ ihnen vorgibt.

Förderung bis 2020

Gefördert werden könnte auch das Projekt „Dörfer an der Kante“, dem acht Dörfer rund um den Tagebau Inden angehören. In Dorfwerkstätten wurde bereits erarbeitet, wie sich die einzelnen Dörfer ihre Zukunft vorstellen. Nun sollen gemeinsame Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Ein weiteres Projekt, das Zukunft haben könnte, ist der Sagenwanderweg in dem Ort Merode. Dieser wurde von den Geschichts- und Heimatvereinen der „Leader“-Region entwickelt.

Der Förderzeitraum läuft noch bis 2020. Dann werden die letzten Projekte bewilligt, die bis 2023 auslaufen können. Lucia Blender und Marco Johnen hoffen, dass noch etliche Bürger ihre Vorschläge einreichen werden. Noch sind die beiden Regionalmanager im Dürener Kreishaus zu finden. Sobald ein passender Raum gefunden ist, ziehen sie jedoch nach Jülich, in das Zentrum des „Reviers“.

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