Gelbe Karten warnen vor Langfingern

Von: Stephan Johnen
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Friedhelm Fink, Kommissariat Vorbeugung, Dirk Zitz und Behördenleiter Wolfgang Spelthahn (von links) warnten mit weiteren Kollegen vor Taschendieben und gaben Tipps zum Schutz vor Langfingern. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Taschendiebstähle im Kreis Düren sinkt. Im vergangenen Jahr hatte sie einen Höchstwert erreicht, der der Polizei Sorgen bereitete. 497 Fälle wurden registriert, der größte Teil davon in Düren. Im ersten Halbjahr 2015 wurden bislang 216 Fälle angezeigt, 162 davon in Düren.

„Die Zahlen sinken, aber sie sind immer noch zu hoch“, bilanzierte Friedhelm Fink, Leiter des Kriminalkommissariats Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde, am Freitag. „Wir wollen die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisieren und raten zu mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht“, fügte Behördenleiter Wolfgang Spelthahn hinzu.

Mitglieder der Kriminalpolizei und uniformierte Beamte waren Freitagvormittag in der Dürener Innenstadt unterwegs, um „Gelbe Karten“ in offene Handtaschen und leicht zugängliche Körbe zu stecken. Bereits in der vergangenen Woche fand eine solche Aktion in Jülich statt. „Wir wollen verdeutlich, dass es genauso leicht gewesen wäre, die Geldbörse zu entwenden wie Karten zu platzieren“, erklärt Fink die Aktion.

„Taschendiebe sind äußerst mobil, treten zum Teil in Banden auf und lassen nur selten Beweise zurück“, verdeutliche Spelthahn, wie schwer es für die Polizei ist, diese Verbrechen aufzuklären. „Schützen Sie sich“, appellierte er an die Bürger, einige Ratschläge zu beachten und in manchen Situationen vorsichtiger zu agieren.

„Immer dort, wo viel los ist, dichtes Gedränge herrscht, lohnt es sich für die Täter“, warnte Friedhelm Fink. Viele Fälle gebe es in Einkaufsstraßen und am Bahnhof. Fink: „Viele Diebe reisen mit dem Zug an. Sie gehen bereits beim Aussteigen auf Beutezug.“ Immer öfter werde grüppchenweise vorgegangen. Passanten würden „aus Versehen“ angerempelt, ein Täter fragt nach Wechselgeld, während ein anderer zugreift, eine Frage nach dem Weg erweist sich später als Ablenkungsmanöver – Tricks gebe es viele. Auch rund um Geldautomaten lohne sich ein prüfender Rundumblick. Oft würden Täter ihre Opfer dort ausspähen.

Die Polizisten auf Streife hätten zwar ein waches Auge, doch die Aufmerksamkeit der Bürger könne selbst „ein Beamter an jeder Straßenecke“ nicht ersetzen, sagte der Kriminalpolizist. „Meine Devise lautet: Augen auf und Taschen zu“, sagt Fink. Er rät, Wertsachen in einer mit Reißverschluss gesicherten Innentasche zu verstauen und vor allem niemals eine Konto-PIN aufzuschreiben. „Auch die Tarnung als Telefonnummer ist nicht sicher“, unterstrich er. Im Fall eines Diebstahls sollte das Opfer sofort alle Karten sperren lassen und Anzeige erstatten.

„Im Falle eines Diebstahls ist nicht nur das Geld verloren“, weiß Wolfgang Spelthahn aus eigener, schmerzlicher Erfahrung. Der etwaige Verlust aller Ausweisdokumente koste leicht 100 Euro und mehr und bedeute einen erheblichen Aufwand. Tipps, wie man sich schützt und welche Tricks der Taschendiebe es gibt, sind auch in einer Broschüre zusammengefasst, die es bei der Polizei gibt.

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