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Gegendemo in Linnich: „Braune Spuren“ auskehren

Von: Guido Jansen
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Karl Panitz (von links), Emmanuel Ndahayo und Sonja Bischoff wollen bei einer Gegendemonstration am Sonntag die „braunen Spuren“ aus Linnich kehren. Foto: Guido Jansen

Linnich/Jülicher Land. In Linnich regt sich Widerstand gegen die Ini­tiative, die sich selbst „Bürger stehen auf“ nennt. Die Initiative hat für Sonntag eine Demonstration gegen die Flüchtlingsnotunterkunft in der ehemaligen Polizeischule angemeldet. „Asylantenheim, nein Danke“ lautet das Motto auf dem Logo der Initiative. Sie hatte versucht, die Identität von Organisatoren und Rednern geheimzuhalten.

Jetzt, wo nach Recherchen unserer Zeitung eindeutig feststeht, wer hinter den aufstehenden Bürgern steckt, steht auch die Demonstration gegen die Demonstration. „Wir wollen die Braunen wieder rauskehren aus der Stadt“, sagt Karl Panitz, der Organisator und Anmelder der Gegendemonstration. Deswegen rufen das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt und der Initiativkreis Asyl Linnich alle Teilnehmer der Gegendemonstration auf, mit Warnwesten und Besen ausgestattet zu erscheinen. Einer Putzkolonne gleich wollen sie hinter der von Rechtsextremisten organisierten Demonstration her kehren.

Daran, dass die Macher der Veranstaltung gegen die Notunterkunft aus dem rechtsextremen Milieu kommen, gebe es keine Zweifel mehr. „Wenn bei dieser Demon­stration ein einschlägig bekannter NPD-Politiker als Redner auf der Bühne steht, dann ist klar, aus welcher Ecke die Organisatoren kommen“, sagt Sonja Bischoff vom Initiativkreis Asyl Linnich. Auch viele Sympathisanten, die für Demon­stration gegen die Notunterkunft Werbung machen, entstammen der rechts-motivierten Szene und kommen zum Teil nicht aus Linnich.

Gleichzeitig machte Bischoff deutlich, dass man kein Pauschalurteil über alle Teilnehmer der Demonstration fällen dürfe. „Die Leute, die die ‚Bürger stehen auf‘ ansprechen wollen, sind zum Teil möglicherweise wirklich besorgte Bürger. Denen kann man nur raten: Lasst euch nicht instrumentalisieren“, sagt Bischoff weiter.

So zieht am Sonntag ab 13 Uhr die Demonstration durch Linnich, gefolgt von einem bürgerlichen Besenwagen. Der Protest soll in jedem Fall friedlich verlaufen, erklärt Panitz, auch mit Verweis auf den Namen des Dürener Bündnisses, in dem die Aussage „gegen Gewalt“ enthalten ist. Gewaltbereite Anhänger der linksextremen Szene seien nicht willkommen. „Hier gelten die Regeln des Rechtsstaates“, sagt Emmanuel Ndahayo vom Linnicher Asylkreis.

„Es ist sehr wichtig, dass man die Sorgen der Bürger nicht mit Hass auf Flüchtlinge verwechselt“, fährt Ndahayo fort, und Bischoff betont, dass Bürger, die sich Sorgen wegen der Flüchtlingssituation machen und konstruktiv mit dem Thema umgehen, sich besser der Gegendemonstration anschließen sollten.

Genau wie bei der „Bürger stehen auf“-Demonstration gibt es im Zuge der Gegenveranstaltung zwei Kundgebungen, bei denen Emmanuel Ndahayo als Vorsitzende des Integrationsausschusses im Kreis Düren sowie die neue Linnicher Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker sprechen. Treffpunkt für die Gegenveranstaltung, die um 13 Uhr beginnt, ist auf dem Kirchplatz in Linnich. Gegen 16 Uhr ist, nachdem Linnichs Straßen gekehrt sind, der Abschluss auf dem Kirmesplatz geplant.

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