Gedankenaustausch: Leader-Umweltprojekte an Rur und Inde

Von: ptj
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Projektvorstellung: Marco Johnen, gemeinsam mit Lucia Blender Ansprechpartner der Leader-Region „Rheinisches Revier an Inde und Rur“, will die Gesprächspartner beim ersten Gedankenaustausch dazu motivieren, eigene Projekte zu formulieren. Foto: Jagodzinska

Kreis Düren/Jülich. Die Suche nach Orientierung und der Wunsch nach Vernetzung bestimmten den ersten Gedankenaustausch von rund 30 Beteiligten bei der Auftaktveranstaltung der Leader-Region „Rheinisches Revier an Inde und Rur“ im Gut „Alte Burg“ in Jülich zum Thema „Umwelt- und Naturschutz in der Region“.

Letzteres ist eines von drei Handlungsfeldern im innovativen EU-Projekt zur Förderung ländlicher Räume. Modelle in der Regionalentwicklung sollen einen möglichst großen Nutzen für möglichst viele Mitgliedskommunen bringen. Sie sollen „von unten nach oben aus der Zivilgesellschaft“ ausgehen („Bottom-Up“-Prinzip). So drückte sich Regionalmanager Marco Johnen bei der Projektvorstellung aus.

Am ersten Treffen beteiligt waren vor allem Vertreter aus Naturschutzinstitutionen und -vereinen aus dem Kreis Düren und den Leader-Regionen Eschweiler, Inden, Jülich, Langerwehe, Merzenich, dazu RWE und Kreisbauernschaft. Gerne hätten die Ansprechpartner Marco Johnen und Lucia Blender gleich nach der Vorstellungsrunde neue Projektideen gehört, aber die Fördermöglichkeiten, Voraussetzungen und vor allem Hürden auf dem Weg von der Idee zum Projekt bremsten die Spontanität der Mitstreiter.

Besonders der 35-prozentige Eigenanteil, der Voraussetzung für die 65 Prozent Fördermittel von bis zu 250 000 Euro pro Projekt ist, beschäftigte die Anwesenden. Sie erfuhren auch, dass die Eigenleistung eine Vorleistung ist und die Fördergelder nach dem Zuschuss-/Erstattungsprinzip fließen. Auf die Frage nach einer Garantie der Fördergelder riet Johnen dazu, das Projekt „erst mit Bewilligung durch die Bezirksregierung zu starten“. Er garantierte die Fördergelder, „wenn man sich an die Spielregeln hält“.

„Als gemeinnütziger Verein haben Sie die größten Chancen“, lautete einer von Johnens Tipps. Ein anderer war, sich „bürgerschaftliches Engagement mit 15 Euro pro Stunde (im Rahmen des Eigenanteils) anrechnen zu lassen. Blender riet allerdings davon ab, „mehr in das Projekt reinzupacken, damit es mehr Geld bringt. Es muss Hand und Fuß haben“.

Aktuell habe der Vorstand bereits acht Projekte für eine Förderung ausgewählt und zwei abgelehnt, die nächste Projektauswahl sei für Oktober vorgesehen. Johnen bat Heidrun Düssel-Siebert von der Biologischen Station im Kreis Düren um die Vorstellung des Projektes „Aktionsprogramm Streuobstwiesen“, das bereits läuft und erweitert wird. Es basiert auf der Idee, „vorhandene Wiesen in schlechtem Zustand zu optimieren, wovon alle profitieren sollen“.

Johnen fügte zwei weitere Beispiele weit entwickelter Projekte hinzu, nämlich einen Naturlehrpfad rund um den Blausteinsee, der als „außerschulischer Lernort“ fungieren soll, und ein Vorhaben, das die Rurauen wieder ihrer traditionellen Weidenutzung zuführen will. Wegen der kontinuierlich wachsenden Dimensionen sei hier zunächst eine Machbarkeitsstudie beschlossen worden.

Erwähnung im angeregten Austausch fanden wiederholt für Bienen geeignete Grünstreifen, die „von Dorf zu Dorf führen“, oder Patenschaften für brachliegende Flächen der Jülicher Börde.

Mutmachend ist in diesem Zusammenhang das bereits von der Bezirksregierung Köln bewilligte Eifeler Projekt „Dorf.Bio.Top“. „Wenn man etwas für den Naturschutz erreichen will, muss man alle, die damit zu tun haben, an einen Tisch bringen“, war Resümee des ersten Runden Tisches zu diesem Thema. Bei einem zweiten Treffen nach den Sommerferien ist die Bildung von Gruppen angepeilt, die sich mit konkreten Themen auseinandersetzen.

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