Garagen werden zum Streitfall

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Weil es gegenüber noch reichlich freie Plätze gibt, wollen Anwohner die Grünanlage an der Ecke Rathausstraße/Auf dem Kamp erhalten. Sie fordern, dass die Bäume nicht für den Bau von Garagen geopfert werden.

Niederzier. Am geplanten Bau einer Garagenzeile auf einer bisherigen Grünfläche in Niederzier scheiden sich die Geister. Anwohner der Rathausstraße sind mit dem Wunsch an die Gemeinde herangetreten, an der Ecke zur Straße „Auf dem Kamp“ zusätzliche Garagen bauen zu dürfen.

Ihre vorhandenen Tiefgaragen seien zu klein für die modernen Autos, zudem sei die Zufahrt zu steil.

Dieser Wunsch stößt jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Die Grünfläche vermittelt mit ihren rund 30-jährigen Baumbestand, darunter vier Eichen und zwei Buchen, einen wohltuenden Kontrast zu dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegenen Komplex, bestehend aus einem Getreidesilo, Grünen Warenhaus, Altglas-Containern und einer unansehnlichen Ausstellungs-Baracke“, erklärt Dr. Arnulf Schultz, dessen Grundstück an die Grünfläche angrenzt.

Für ihn und weitere Anlieger bieten die Bäume einen willkommenen Sichtschutz. Aber nicht nur das. Die Gegner der Garagen verweisen zudem auf die Funktion der Grünfläche als Spielwiese und als Refugium für die Tierwelt. Sie kritisieren, dass Verwaltung und Politik die Änderung des Bebauungsplans im vereinfachten Verfahren und damit ohne Umweltprüfung abwickeln wollen. Dabei habe die betroffene Grünfläche im Verbund mit den angrenzenden Gärten, dem Park am Andreashaus und dem nahe gelegenen Ellebach sehr wohl eine wichtige Umweltfunktion. Aus diesem Grund lehnen die Gegner auch den Kompromissvorschlag von Hermann Heuser ab.

Niederziers Bürgermeister hatte zur Debatte gestellt, zunächst nur die vier vorliegenden Bauanfragen für Garagen umzusetzen und den Rest der Grünfläche unangetastet zu lassen. Mit Grünen-Sprecher Kurt Lambert befürchten die Kritiker aber, dass es mittel- und langfristig nicht bei den vier Garagen bleiben wird und am Ende doch alle Bäume gefällt würden. Stattdessen schlagen sie vor, die Grünfläche zu erhalten und den Bau von Garagen auf der gegenüberliegenden Seite zu prüfen. Der dort stehende Container sei seit langem ungenutzt, auch freie Parkplätze neben den Altglas-Containern würden so gut wie nie genutzt.

Der Gemeinderat muss am morgigen Donnerstag, 18 Uhr, über die Garagenfrage entscheiden. In einem ersten Schritt soll die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht werden.

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