Jülich - FZ Jülich: Spatenstich für Neubau könnte Ende des Jahres sein

FZ Jülich: Spatenstich für Neubau könnte Ende des Jahres sein

Von: Guido Jansen
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So sehen Sieger aus, oder besser gesagt der Entwurf eines Siegers: nach diesem Modell des Dresdner Büros „Rohdecan Architekten“ könnte der neue BioCampus im Forschungszentrum gebaut werden. Foto: FZ Jülich

Jülich. Wer sporadisch das Forschungszentrum in Jülich besucht, der kann den Eindruck bekommen, dass die Einrichtung etwas von einer Metropole in Fernost hat. Nicht, weil viele Menschen zusammengepfercht auf engstem Raum wohnen. Grünflächen gibt es nach wie vor genug in dem Areal.

Wohl aber, weil man den Ort ob der ständig aus dem Boden sprießenden Gebäude nicht immer gleich wiedererkennt. „Wir haben eine nicht enden wollende Projektliste“, sagt Jens Kuchenbecker, der Leiter des Geschäftsbereich Planen und Bauen beim größten Arbeitgeber im Kreis Düren. Und: „Im Moment ist eigentlich mehr zu tun als wir verarbeiten können.“ Das Forschungszentrum wächst und verändert sich ständig. Über 5000 Menschen arbeiten hier.

Und wer in der Spitze forscht, dessen Arbeitsplatz verändert sich. Und deswegen können die 80 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Planen und Bauen, die rund 200 Gebäude betreuen, nicht über einen Mangel an Arbeit klagen. Für dieses Jahr sind über 300 Maßnahmen geplant; die meisten bewegen sich in einem Rahmen von 5000 bis zu einer Millionen Euro. 20 sind teurer.

Die größte Baustelle wird der neue Biocampus, ein Projekt, in das das Forschungszentrum 26 Millionen Euro investiert. Teile der Institute für Biotechnologie sowie für Agrosphäre und das komplette Institut für Zelluläre Biophysik machen künftig räumlich gemeinsame Sache in dem neuen Gebäudekomplex.

190 Mitarbeiter bekommen so einen komplett neuen Arbeitsplatz. „Da entstehen Synergieeffekte“, sagt Kuchenbecker. Zentral gelegene Labore können gemeinsam genutzt werden. Das spare Kosten und bringe Forscher aus verschiedenen Bereichen zusammen. Synergie eben.

Der im Jahr 2012 beschlossene Masterplan sieht Synergie für das gesamte Forschungszentrum vor. Deswegen sind die Planer und Bauer auch so ausgebucht. Projekte von solcher Tragweite wie dem Biocampus werden nicht schnell, schnell hausintern geplant und abgewickelt, sie müssen ausgeschrieben werden.

Das hat das Forschungszentrum mit einem internationalen Architekten-Wettbewerb gemacht. „Wir waren wirklich erstaunt, wie viele Einsendungen wir bekommen haben“, sagt Kuchenbecker. Über 100 Architekten-Büros haben mitgemacht, die meisten Einsendungen seien „sehr hochwertig“ gewesen. 14 Entwürfe sind in die engere Auswahl gekommen und hatten anschließend vier Monate Zeit, einen Vorentwurf einzureichen, für den es auch schon ein Honorar gab.

Dann kam die Zeit der Jury, einer nach EU-Recht unabhängigen Expertenkommission. „Es war schwierig, weil so viele gute Lösungen für den Biocampus dabei waren“, sagt Kuchebecker. „Das war wie bei einer Papstwahl. Die Jury ist erst auseinandergegangen, als sie ein eindeutiges Ergebnis hatte.“

Gewonnen hat das Dresdner Büro Rohdecan Architekten, auch, weil es die Gedanken des Masterplans mit Mulitfunktionalität und Synergieeffekten am besten umgesetzt hat. Ein praktisches Beispiel: Spülmaschinen für Laborzubehör sind teuer. Fasst man mehrere Institute zusammen und gibt ihnen eine zentrale Spülmaschine, dann werden Zeit und Geld gespart.

Und während die Maschine spült, können sich die Wissenschaftler der unterschiedlichen Fachrichtungen austauschen. Außerdem trägt der Entwurf dem Zeitgeist der ständigen Veränderung Rechnung. Die Bauweise ist flexibel, um die zen-tralen Einrichtungen herum können Räume immer wieder neu geschnitten werden. „In jedem Institut ändert sich im Schnitt alle drei Jahre etwas“, sagt Architekt Kuchenbecker.

Mit der flexiblen Bauweise wird auch verhindert, dass später immer wieder neue Gebäude gebaut werden müssen und der Effekt einer fernöstlichen Metropole dauerhaft zu beobachten ist.

Dass der Biocampus auch nach dem Entwurf aus Dresden gebaut wird steht noch nicht fest. Denn nach dem Wettbewerb wird noch ein weiteres Kriterium bewertet: das Preis-Leistungs-Verhältnis. „Im Idealfall bauen wir nach dem Sieger-Entwurf“, sagt Kuchenbecker. Aber eben nicht um jeden Preis. Auch die Entwürfe auf Platz zwei und drei könnten direkt umgesetzt werden. Die Verhandlungen laufen derzeit. Baubeginn für den Biocampus könnte Ende des Jahres sein.

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