Für Kinder in Sambia: Indenerin sucht Mitstreiter für Lächel-Projekt

Von: Guido Jansen
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Die junge Generation in Sambia leidet unter Problemen wie HIV, Kriminalität und Drogen. Ein Theater- und Tanz-Projekt will bei der Suche nach Perspektiven helfen. Foto: dpa
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Krysztina Winkel sucht Unterstützer für ihr Projekt in Sambia. Foto: Jansen

Inden/Düsseldorf. Krysztina Winkel aus Inden/Altdorf lächelt oft und viel – die Werbestrategen der Zahnpasta-Industrie hätten ihre helle Freude an der 24-Jährigen. Ihr Lächeln wirkt ansteckend und nicht gespielt. Es verwundert nicht, dass sie ihr großes Projekt „The Smile Project“ genannt hat, das Lächel-Projekt.

Drei Wochen lang will sie im Sommer im afrikanischen Staat Sambia Workshops für Kinder und Jugendliche anbieten, bei denen Kunst, Tanz und Theater im Mittelpunkt stehen. Dafür sucht sie Menschen, die sie dabei finanziell unterstützen.

Die Indenerin, die 2011 das Abitur am Gymnasium Haus Overbach gemacht hat und jetzt in Düsseldorf lebt, hat Theaterwissenschaften und Erziehungswissenschaften studiert. Jetzt arbeitet sie an der Deutschen Oper am Rhein als Theaterpädagogin mit jungen Menschen. Vom Kindergartenkind bis zum Studenten reicht die Alterspanne, ihre Tanzgruppen sind inklusiv, Flüchtlingskinder machen mit, genau wie Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Ich hatte schon während des Studiums das Gefühl, dass ich was tun müsste“, sagt sie, dass Theater-Theorie zwar wichtig sei, aber aus ihrer Sicht nicht alles. Und deswegen wertet sie es auch als großes Glück, eine Stelle als Theaterpädagogin gefunden zu haben.

Von diesem Glück will sie etwas zurückgeben. Mitnehmen will sie im Gegenzug neue Erfahrungen. Bei der Suche nach einer solchen Gelegenheit ist sie auf das Barefeet Theatre in Sambia gestoßen, dem Namen nach also ein Barfuß-Theater. Das Theater ist eine Privatinitiative, gegründet von ehemaligen Straßenkindern, die dafür sorgen wollen, dass die Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt eine Perspektive haben. Das Barefoot Theatre gibt es an 40 Orten in Sambia.

„Ich habe mich einfach bei ihnen beworben und ihnen das gemeinsame Projekt vorgeschlagen“, sagt Winkel und lächelt. Von einem auf den anderen Moment habe sie sich im vergangenen August entschieden, ein Jahr lang all ihre Freizeit auf das Projekt in Sambia auszurichten. Nächste Woche fliegt sie nach Sambia, um auszuloten, welche Unterstützer sie vor Ort finden kann. „Es gibt ein paar Interessenten“, sagt sie.

Ohne Unterstützer funktioniere das Projekt nicht. Deswegen hat sie „The Smile Project“ gestartet, um Spender zu finden. Es gibt eine Internetseite, auf der Spenden einfach funktioniert. „Ich will unter anderem versuchen, vier weitere Künstler und Pädagogen vor Ort zu engagieren, die mit mir arbeiten. Die finde ich aber ohne Bezahlung nicht“, erklärt sie ihr Ziel, 6000 Euro an Spenden zusammenzubekommen.

Sie selbst verzichtet auf jedes Honorar, die drei Wochen Workshop fallen in ihren Urlaub. „Ich gehe bestimmt nicht nach Sambia, um da als Europäerin zu erzählen, wie die Dinge laufen“, sagt sie. Sie will mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten, an Ende der drei Wochen, die in den Schulferien in Sambia liegen, soll eine Aufführung stehen. Thema des Projekts ist schlicht das Glück. „Ist Glück ein Ziel oder eine Grundeinstellung“, stellt Winkel eine Frage. Schon jetzt weiß sie, dass sie von der Antwort aus Sambia etwas mitnehmen kann.

Denn trotz großer Probleme wie HIV, Frühschwangerschaften, Drogen und Kriminalität lächeln die Menschen in Sambia viel. Lächeln und Glück sind Grundeinstellungen. Das hat Krysztina Winkel offensichtlich schon vor ihrem ersten Besuch in Sambia verinnerlicht.

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