Für die Kunst hat er den Eifeler Winter gerne ertragen

Von: Beate Weiler-Pranter
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Die alte Burgmauer gehört zu Jonas Habrichs Lieblingsplätzen in Heimbach. Foto: Beate Weiler-Pranter

Kreis Düren. Der Mönchengladbacher Jonas Habrich hat ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Internationalen Kunstakademie absolviert. In dieser Zeit hat er sich entschieden, statt Kunstgeschichte ein praktisches Kunststudium zu beginnen.

Eigentlich hatte Jonas Habrich schon einen Studienplatz für Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität. Doch dann erzählte ihm seine Tante im vergangenen Sommer so begeistert von ihrem Besuch der James Rizzi-Ausstellung in Heimbach, dass der Abiturient sich die Internationale Kunstakademie sofort im Internet anschaute. „Danach habe ich direkt eine Mail geschrieben und mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Heimbacher Akademie beworben“, erzählt der 20-Jährige rückblickend.

Bereits beim ersten Vorstellungsgespräch stimmte die „Chemie“ zwischen Akademieleiter Professor Frank Günter Zehnder und dem gebürtigen Mönchengladbacher: Dann ging alles ganz schnell: Seit dem 1. September 2012 ist Jonas Habrich der erste „FSJler“, der sich auf Burg Hengebach engagiert.

Die Zeit in Heimbach nennt er selbst sein „kleines Exil-Jahr“, in dem er viel eigenständiger geworden sei. „Es war schon eine große Umstellung, in einer so kleinen Stadt wie Heimbach zu leben. Besonders im Winter“, räumt der junge Mann lachend ein. „Aber es war eine richtig, richtig gute Entscheidung.“

Im vergangenen Jahr habe er viel Neues gelernt und es sei immer wieder eine wunderbare Erfahrung gewesen, mit dem Kunsthistoriker Zehnder durch die Ausstellungen zu gehen und im Gespräch mit ihm ernst genommen zu werden.

In den vergangenen zwölf Monaten lernte Jonas Habrich – neben seiner Tätigkeit in der Verwaltung - Kunst sowohl in der Theorie als auch in der Praxis kennen. „Neben meiner Arbeit konnte ich an einigen Bildhauer- und Grafikkursen teilnehmen“, erzählt er. Und durch den engen Kontakt zu den Dozenten und Künstlern reifte allmählich der Entschluss, nach dem freiwilligen sozialen Jahr statt Kunstgeschichte ein praktisches Kunststudium zu beginnen.

„Meine Bewerbungsmappen für die Universitäten habe ich vor allem nachts hergestellt“, erzählt der junge Mann, der einen eigenen Atelierschlüssel ausgehändigt bekam, um dort ungestört künstlerisch arbeiten zu können. „Ich brauche wenig Schlaf“, sagt Jonas Habrich. Seinen Dienst trat er jeden Morgen pünktlich an.

Nein, Stundenzettel habe er in all den Monaten nie ausgefüllt. „Das fand ich zu spießig, denn gerade die Überstundenarbeit war immer die, die besonders viel Spaß gemacht hat“, spielt er auf die vielen Ausstellungen und Vernissagen an, die er mit vorbereitete. Zuletzt war Jonas Habrich für die farbenfrohe Biber-Ausstellung verantwortlich: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, die Exponate so anzuordnen, dass ein stimmiges Gesamtbild entsteht.“

Momentan organisiert Jonas Habrich sein großes Abschluss-Projekt – die Kunstakademie für junge Leute, die an den letzten vier Ferientagen für Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren angeboten wird. In Absprache mit den Dozenten und den Betreuern des Outdoor-Programms koordiniert er Kunst, Sport und Spaß für die Jugendlichen und managt den Verwaltungswust – von der Anmeldung der einzelnen Teilnehmer bis zur Buchung der Freizeitangebote. „Eigentlich endet mein freiwilliges soziales Jahr am 31. August, aber für dieses tolle Programm bleibe ich zwei Tage länger“, sagt Habrich lachend.

Im Wintersemester beginnt er dann sein Kunststudium. Seine Bewerbungsmappen waren so überzeugend, dass er sowohl an der Kunsthochschule in Dresden als auch in Braunschweig angenommen wurde. „Ich habe mich für Braunschweig entschieden, denn dort kann ich Objektkunst und Fotografie belegen.“

Heimbach wird er vermissen, aber nie vergessen: „Nächsten Sommer mache ich mit meinen Freunden hier Urlaub.“ Das steht für den angehenden Kunststudenten fest.

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