Fünf Azubis führen die Filiale

Von: dol
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Dominik Reidenbach, Anne Breue
Dominik Reidenbach, Anne Breuer, Ozan Orhan, Katharina Herkenrath und Lukas Gatzen (v.l.) können in der Sparkassen-Filiale lernen.

Jülich. Mancher Sparkassen-Kunde wischte sich verwundert die Augen: Sollte das jugendliche Quintett hinter dem Bankschalter tatsächlich die Filiale im Heckfeld leiten? Und in der Tat: Fünf Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr haben dieses Experiment für zwei Wochen gewagt.

Dominik Reidenbach, Katharina Herkenrath, Anne Breuer, Ozan Orhan und Lukas Gatzen kümmern sich eigenverantwortlich um Beratung und Bedienung der Bankkunden. Als „Telefonjoker” ist, wie Sparkassenvorstand Uwe Willner es bezeichnete, lediglich eine Backofficekraft abrufbereit.

Intensive Weiterbildung

„Wir wollen unsere Ausbildung weiter verbessern”, erklärte Denise Hinz, Ausbildungsleiterin bei der Sparkasse Düren die Motivation für das Projekt. Aus den aktuell 15 Lehrlingen des zweiten Lehrjahres wurden jene ausgewählt, die sich durch besondere fachliche Leistungen und einen souveränen Umgang mit den Kunden im bisherigen Verlauf ihrer Ausbildung hervorgetan hatten. „Damit überspringen sie zwei beziehungsweise sogar sieben Jahre”, beschrieb Uwe Willner, dass die aktuellen Aufgaben der fünf normalerweise den Jung-Angestellten oder der Geschäftsstellenleitung obliegen. Zur Vorbereitung auf das Projekt nahmen die Auszubildenden an zahlreichen Seminaren teil, um sich zusätzliches Fachwissen über den normalen Ausbildungsstand hinaus anzueignen. Ziel der kurzzeitigen Filial-Übernahme ist es, mehr Eigenverantwortung zu lernen und Engagement, Einsatzbereitschaft und Fachkompetenz zu fördern. „Wir wurden sehr gut von unserem Arbeitgeber auf diese Aufgabe vorbereitet”, betonte „Geschäftsstellenleiter” Dominik Reidenbach.

„Die Aufgabenverteilung im Team haben die Auszubildenen übrigens ebenfalls eigenverantwortlich gemacht”, so Denise Hinz, „darauf haben wir keinen Einfluss genommen.” Und so war es an Dominik Reidenbach, kurzerhand die versammelte Gästeschar, die zur Projektpräsentation gekommen war, zu begrüßen und erste Informationen zu geben. Das machte der junge Mann mit Bravour und ohne ins Stocken zu geraten.

Seine Kollegen, die den Aufgabenbereichen Beratung oder Service zugteilt sind, bedienten derweil freundlich und kompetent die währenddessen ein- und ausgehende Kundschaft, halfen bei Überweisungen, zahlten Geld aus oder ein und führten kurze Beratungsgespräche.

Die Kunden waren bereits im Vorfeld über das Projekt informiert worden und standen dem positiv gegenüber. „Die Leute wissen es zu schätzen, dass wir ausbilden”, so Uwe Willner. Zudem sei es nicht unüblich, dass in der Filiale im Heckfeld bis zu zwei Auszubildende gleichzeitig eingesetzt werden.

Bei Erfolg: Wiederholung

Die Kundschaft ist also durchaus daran gewöhnt, junge Leute hinter dem Schaltertresen zu sehen. Die normale Belegschaft wurde übrigens für die zweiwöchige Testphase auf andere Geschäftsstellen im Stadtgebiet verteilt oder hat ohnehin Urlaub. „Wenn das Experiment gut läuft, ist das auch eine Chance für die Jugendlichen, die jetzt im ersten Lehrjahr sind”, betonte Uwe Willner, dass die Sparkasse das Projekt im Erfolgsfall wiederholen will. „Bilanz ziehen wir aber erst in zwei Wochen”, so Willner.

Und vielleicht sehen die Kunden dann bald wieder in die Gesichter einer Gruppe junger, höchst motivierter Menschen, die ihnen bei ihren Bankgeschäften behilflich sind.
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