„Fracking“ stößt eine kontroverse Diskussion an

Von: Christoph Hahn
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Kreis Düren. Ein Wort macht die Runde. Es heißt „Fracking“ und bezeichnet das Freipressen von Gas aus tieferen Gesteinsschichten durch Einbringen von Wasser, Chemikalien und anderen Stoffen unter Druck. Diese Fördermethode ist jedoch nicht unumstritten und sorgt für politischen Sprengstoff.

Einer, der sich mit dem Thema auskennt und auch schon als Experte bei den Hauptnachrichten der großen Fernsehsender zu Wort kam, ist der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) aus Düren. Bei einem Informationsabend im Dürener Komm-Zentrum gab er Einblick in seine Erfahrungen und Ansichten.

Durchaus selbstbewusst („Ich kann es mir zugute halten, dass ich der Erste bin, der im Bundestag eine Anfrage zu diesem Thema gestartet hat“) trat der studierte Biologe auf. „Damit habe ich mich seit drei Jahren intensiv beschäftigt“, sagte Krischer. Sein Publikum packte der Parlamentarier aber auf der sinnlichen Ebene: Er projizierte ein Bild aus dem US-Film „Gasland“ an die Wand, bei dem ein schnauzbärtiger Mann einen Wasserhahn aufdreht – und das erwartete Nass mündet, weil mit Methan verseucht, in einen Flammenstrahl.

Nachdem Krischer die Gefahren des „Frackings“ verdeutlicht hatte, stellt der Grüne die angewendeten Fördertechniken dar und ordnete das „Fracking“ schließlich als Herausforderung an alle Politiker ein. Denn: „Wir erleben hier einen enormen Boom, den vor einiger Zeit noch niemand auf dem Schirm gehabt hat.“ Zudem sei „unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit“ das Gebiet der Bundesrepublik, in der es einen Stopp für neue Bohrungen derzeit nur in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt, unter mehreren Großunternehmen beziehungsweise deren Töchtern aufgeteilt worden.

So habe Exxon Mobile sogenannte Aufsuchungsrechte vor allem für das Münsterland, Wintershall unter anderem für den Kreis Düren und der kanadische Konzern BNK für Ostwestfalen. Krischers grundsätzliche Kritik: „Eine Information für die Öffentlichkeit ist da nicht vorgesehen.“ Vor allem aber sei das „Fracking“ aus ökologischen Gründen gefährlich – denn alles, was an Wasser und Chemikalien hineingepumpt werde, komme als „Flowback“ genannter Cocktail aus Wasser (pro Bohrung werden zwischen 7500 und 15.000 Kubikmeter ins Erdreich gepresst) wieder zurück. Aber nicht nur das verbuchte Krischer als Minus: Erdbeben, Verseuchung des Trinkwassers, Durchlöcherung der Landschaft seien überdies Risiken.

Spürbar hatte Krischer damit den Nerv der Zuhörer getroffen. Der nachfolgende Diskussion zeigte es deutlich: Die Bürger begegnen dem „Fracking“ mit Misstrauen und Ablehnung.

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