Forschungsprojekt „APIC“: Hoffnung für Schizophrenie-Erkrankte

Von: sj
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Startschuss: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium (2.v.l.), überreichte den Förderbescheid an (von links nach rechts) RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven, Projektkoordinator Professor Dr. Dr. Frank Schneider, Professor Dr. Sebastian M. Schmidt (Forschungszentrum Jülich) und Michael van Brederode (Vorsitzender des Klinikvorstandes der LVR-Klinik). Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Psychische Erkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten. Etwa 800.000 Menschen in Deutschland leiden unter einer Schizophrenie, etwa 1500 Patienten werden allein in der Dürener LVR-Klinik behandelt. Doch anders als Depressionen und Demenz ist diese psychische Erkrankung bislang nur wenig erforscht. Ein neues Forschungsprojekt soll dies ändern.

Als einer von bundesweit neun Zusammenschlüssen erhält der „APIC“-Forschungsverbund, an dem neben der federführenden RWTH Aachen auch das Forschungszentrum Jülich, die LVR-Klinik und die Universitäten Köln und Düsseldorf beteiligt sind, Fördermittel vom Bundesforschungsministerium. Am Dienstag fiel der Startschuss im Festsaal der LVR-Klinik.

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel überreichte an Projektkoordinator Professor Dr. Dr. Frank Schneider (Uniklinik RWTH Aachen) einen Förderbescheid in Höhe von vier Millionen Euro. Rachel stellte die starke Vernetzung von Wissenschaft und Forschung in der Region heraus. „Durch diese Zusammenarbeit erhoffen die Projektbeteiligten eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität für psychisch Erkrankte und für deren Angehörige“, sagte Rachel.

Therapiert wird Schizophrenie mit einer bei jedem Patienten anders abgestimmten Kombination von medikamentöser Therapie, Psychotherapie und anderen therapeutischen Verfahren. „Eine Dauermedikation über Monate und Jahre führt möglicherweise zu einer Schädigung oder einer strukturellen Veränderung des Gehirns“, erklärt Frank Schneider, der die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Uniklinik Aachen leitet.

Im Rahmen des neuen Forschungsprojektes wollen die Wissenschaftler in einer groß angelegten klinischen Studie zunächst über vier Jahre die Hirnveränderungen bei Schizophrenie mit Hilfe bildgebender Verfahren bei verschiedenen Medikamenten untersuchen. Zudem sollen die Veränderungen und der Therapieerfolg bei verschiedenen Therapieformen verglichen werden. Während der Studie erhält ein Teil der 600 Patienten die Medikamente dauerhaft, um einen Rückfall zu verhindern, ein anderer Teil erst dann, wenn akute Symptome bestehen.

Mit Hilfe der Spezialisten der Aachen-Jülicher Forschungsallianz „Jara-Brain“ sollen die erhobenen Bildgebungsdaten aller neun Verbundprojekte gesammelt, standardisiert und gesichert werden. Ziel ist die Schaffung einer Datenbank für zukünftige, verbundübergreifende Analysen.

Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft müssten die Methoden und Therapiemöglichkeiten verbessert werden, sagte Thomas Rachel. „Die Erkrankten stehen unter hohem Leidensdruck“. Hinzu kämen hohe Krankheits- und Folgekosten.

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