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Firmen schalten nicht auf Krisenmodus

Von: Stephan Johnen
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Gute Aussichten: Die Ausbildun
Gute Aussichten: Die Ausbildungsquote der Unternehmen ist um sechs Prozent gestiegen. Foto: Johnen

Kreis Düren. „Die Welt geht nicht unter”, sagte Dr. Stephan Kufferath mit Blick auf die aktuelle Konjunkturumfrage der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV).

Am Montag stellten der Verbandsvorsitzende und Geschäftsführer Hans-Harald Sowka das Ergebnis der Mitgliederbefragung vor. „Wir sind nach wir vor gut unterwegs. Allerdings hat sich die Stimmung eingetrübt”, bilanzierte Kufferath. „Auf Krisenmodus” schalte aber keines der 137 Mitgliedsunternehmen.

Die derzeitige Geschäftslage werde von den Unternehmen überwiegend als befriedigend eingeschätzt. 34 Prozent bezeichnen die Lage als gut. Im Frühjahr waren es noch 43 Prozent. Von einer schlechten Lage reden 13,5 Prozent der Firmen (8,3 Prozent im Frühjahr). Jedes vierte Unternehmen glaubt, dass sich die Lage in den kommenden sechs Monaten verschlechtern wird. 13,5 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 60 Prozent gehen davon aus, dass die Geschäftssituation stabil bleibt.

„Die aktuelle Ertragslage wird deutlich positiver eingeschätzt”, berichtet Stephan Kufferath. Allerdings rechnen 38 Prozent der Unternehmen mit einer Verschlechterung, für 23 Prozent ist die Lage bereits schlecht. Die Auftragslage hat sich leicht verschlechtert, der Auslastungsgrad blieb unverändert.

Waren Entlassungen im Frühjahr noch kein Thema, rechnen 10,7 Prozent der Unternehmen nun damit, dass sie Mitarbeiter entlassen werden. „21 Prozent wollen aber neue Mitarbeiter einstellen”, betont Kufferath. Der Vorsitzende ist überzeugt: „Arbeitsplätze in der heimischen Industrie sind sicher.”

Die Auftragsbücher seien weit bis in das Jahr 2012 gefüllt. „Wir sind auf einem hohen Niveau. Unsere Unternehmen können nicht meckern”, sagte Kufferath. Gerade die mittelständischen Unternehmen seien weiterhin sehr erfolgreich mit Nischenprodukten an den Weltmärkten tätig und eröffneten neue Dependancen.

Gravierende Auswirkungen der Staatsschuldenkrise befürchtet Kufferath derzeit nicht: „Wir sind in Kerneuropa weit davon entfernt, dass eisern gespart wird.” Sollte dies jedoch geschehen, würden auch die Mitgliedsunternehmen, allen voran die Baubranche, die Auswirkungen zu spüren bekommen. Ein Indikator für eine „gewisse Skepsis” bei den Unternehmen sei jedoch die sinkende Bereitschaft, Investitionen zu tätigen. Nur noch 21,6 Prozent der Unternehmen sind dazu bereit, im Frühjahr waren es 38 Prozent.

„Im vergangenen Jahr hatten wir zwölf Monate blauen Himmel. Im kommenden Jahr kann es einige Wolken geben, aber es bleibt freundlich”, fasste Geschäftsführer Hans-Harald Sowka das Ergebnis der Konjunkturumfrage als Wetterbericht zusammen. Besonders für die Metallbranche sei er zuversichtlich, dass auch 2012 ein gutes Jahr werde. Die Papierindustrie hingegen müsse weiterhin mit geringen Erträgen rechnen.

Durchweg Positives gibt es für Hans-Harald Sowka vom Ausbildungsmarkt zu berichten: Im Bezirk stieg die Ausbildungsquote um sechs Prozent an. „Das Thema Fachkräftemangel interessiert unsere Mitgliedsfirmen derzeit nicht”, gab der VIV-Geschäftsführer eine Lageeinschätzung. Bei einer entsprechende Umfrage kamen in diesem Jahr nicht einmal vier Prozent der verschickten Fragebögen zurück. Von „generellem, flächendeckenden” Fachkräftemangel könne bei den Unternehmen im Kreis Düren keine Rede sein. „Die Entwicklung wird kommen. Aber derzeit ist das Thema nicht akut.”
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