Evangelischer Kirchenkreis Jülich kritisiert Finanzwesen

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Kreis Düren. Am Rande der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr hat eine Gruppe aus der Evangelischen Gemeinde zu Düren im Kirchenkreis Jülich demonstriert. Die Gruppe, unter ihnen Synodalkriba Pfarrerin Susanne Rössler, versuchte, die Teilnehmer mit einer gezielten Aktion für Fragestellungen im Zusammenhang mit der geplanten Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens (NKF) zu sensibilisieren.

Die Aktion, an der alle Pfarrer der Gemeinde zu Düren teilnahmen, erlangte große Aufmerksamkeit. „Unsere Hoffnung ist”, erklärte der Chef des Verwaltungsamtes des Kirchenkreises, Christian Preutenborbeck, „dass Synodale nochmals nachdenken und davon überzeugt werden können, dass es im Sinne des Jülicher Antrages einen günstigeren alternativen Weg innerhalb des NKF-Prozesses geben kann.”

Zum Hintergrund dieser Aktion erklärt Pfarrerin Susanne Rössler: „2006 wurden auf der Landessynode für die Umstellung auf betriebswirtschaftliche Haushaltsführung Kosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen haben sich die Kosten verdreifacht, nicht eingerechnet der erhebliche Schulungsbedarf für Haupt- und Ehrenamtliche und der Bedarf an zusätzlichem dauerhaft angestellten Personal in den Verwaltungen.”

Andere Landeskirchen seien nicht diesen Weg gegangen und hätten entweder nur im Landeskirchenamt umgestellt und seien ansonsten bei der Kameralistik geblieben. Rückfragen in den vergangenen Tagen hätten ergeben, dass viele Kirchenkreise und Gemeinden sich nicht mit der Frage beschäftigt haben, wie sie den Umstellungsprozess schultern wollen und was konkret an Kosten auf sie zukommt. „Meines Wissens nach liegen bis jetzt auch keine Zahlen vor, wie die Umlagen im Einzelnen aussehen. Außerdem ist fragwürdig, ob die kaufmännische Buchführung das non plus ultra ist. Aus dem kommunalen Bereich haben wir gehört, dass sie teurer, aufwendiger und für Laien schwerer durchschaubar ist”, sagt Rössler.

Die Aktion soll dazu beitragen, dass es auf der Synode zu einer Debatte kommt und einem Antrag des Kirchenkreises Jülich zugestimmt wird, der Kirchenkreisen und Gemeinden Raum lässt, ihren eigenen Weg zu gehen. Mit 38 lebensgroßen Pappfiguren sollte plakativ deutlich gemacht werden, was man mit 18 Millionen Euro tun könnte, beispielsweise in jedem der 38 Kirchenkreise eine Jugendarbeitsstelle für die Dauer von zehn Jahren einrichten. Der Kirchenkreis Jülich rechnet sich mit seinem Antrag und dieser Aktion keine große Chancen auf Änderung der Beschlusslage in der Landessynode aus. Rössler: „Aber die wenigen Chancen gilt es intensiv zu nutzen.”
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