Kreis Düren - „Es lohnt sich, dabeizusein”

„Es lohnt sich, dabeizusein”

Von: Stephan Johnen
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Im Auftrag von Bundespräsiden
Im Auftrag von Bundespräsident Christian Wulff überreichte Landrat Wolfgang Spelthahn gestern im Kreishaus Heidemarie Cremer das Bundesverdienstkreuz. Foto: Johnen

Kreis Düren. Das Bundesverdienstkreuz hat zwei Seiten: Auf der einen ist es ein Zeichen von Dank und Anerkennung für das Geleistete, auf der anderen soll es ein sichtbarer Ansporn für Mitbürger sein, sich ehrenamtlich einzusetzen.

„Die Auszeichnung ist ein Dank an Menschen, die sich herausragend für die Gesellschaft engagiert haben. Aber sie soll auch zur Nachahmung anregen”, formulierte es am Dienstag Landrat Wolfgang Spelthahn. Im Auftrag des Bundespräsidenten überreichte er Heidemarie Cremer aus Nörvenich das Bundesverdienstkreuz am Bande. Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich die 66-Jährige in der Sektion Düren des Deutschen Alpenvereins und auf Landes- und Bundesebene unter anderem für die Belange der Jugend, den Erhalt der Klettergebiete und den Naturschutz ein.

Das Bundesverdienstkreuz sei die Antwort auf die Frage, wie in einer Gesellschaft, die zunehmend nach dem „pekuniären Mehrwert” trachtet, ehrenamtliches Engagement gewürdigt werden kann. „Es lohnt sich, dabeizusein”, sagte Spelthahn. Im Kreis Düren gebe es zwar eine „hervorragende Ehrenamtsstruktur”, berichtete der Landrat. Sorgen bereite ihm jedoch der Nachwuchsmangel. „Die Jungen rücken nicht nach”, bilanzierte er. Die Auszeichnung eines verdienten Bürgers sei somit zugleich auch eine Möglichkeit, für das Ehrenamt zu werben. Und eine Möglichkeit zu zeigen, was Menschen wie Heidemarie Cremer in Bewegung setzen können.

Im Jahr 1970 trat sie in die Sektion Düren des Alpenvereins ein und übernahm schnell Verantwortung in der Jugendarbeit. Unter ihrer Federführung wurde später die Ruine des Torhauses der Burg Nideggen gepachtet und zu einer Mittelgebirgshütte umgestaltet. Von 1992 bis 2004 war sie stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, den sie von 2004 bis 2009 führte. Von 2002 bis 2008 engagierte sie sich auf Bundesebene für das Thema Geschlechtergerechtigkeit innerhalb des Vereins.

Große Meriten erwarb sich Heidemarie Cremer mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz für den Erhalt der Klettergebiete. Sie versuchte, Klettersport und Naturschutz in Einklang zu bringen. Vor der Haustür an den Buntsandsteinfelsen im Rurtal ebenso wie auf Bundesebene. „Das war keine leichte Aufgabe”, würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn ihren Einsatz. „Sie wurden heftig attackiert.” Verbal und auch tätlich. „Selbst bei den heftigsten Attacken und schwierigsten Situationen haben sie die Ruhe bewahrt”, blickte Spelthahn zurück. Heidemarie Cremer habe er selbst stets als „faire, sachliche und korrekte” Verhandlungspartnerin erlebt.

„Ich bin der Meinung, dass alle, die es mir ermöglicht haben, mich für den Alpenverein einzusetzen, an meiner statt ausgezeichnet werden sollten”, bedankte sich Cremer für die Unterstützung ihrer Familie, ihrer Freunde und ihrer Mitstreiter. Es habe in all den Jahren ihrer Arbeit stets Vorbilder gegeben, die sie ermutigten, etwas zu bewegen. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren”, sagte Heidemarie Cremer. Und fügte augenzwinkernd hinzu: „Am besten im Deutschen Alpenverein.”
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