Erntedankempfang: Landwirte sprechen auch über ihre Existenz

Von: fjs
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Deutliche Worte unter der Erntekrone: Die Sicherung der Versorgung mit Nahrungsmitteln stand im Mittelpunkt des Empfanges zum Erntedankfest. Landrat Spelthahn, Kreisbauern-Chef Erich Gussen sowie die Landfrauen-Vorsitzenden Heidi Feucht und Ria Dahmen (von links) freuten sich über viele Gäste. Foto: Fred Schröder

Kreis Düren. Etwas „königlicher Glanz“ fehlte beim Empfang der Kreisbauernschaft zum Erntedank. „Auch Majestäten sind von der Schulpflicht nicht befreit“, lieferte bei der Veranstaltung im Kreishaus Landrat Wolfgang Spelthahn die Begründung. Denn für die Rheinische Kartoffelkönigin, ein immer gern gesehener Gast unter der Erntekrone, hieß es „Klausur statt Glamour“.

Nichts desto trotz war die Aussage des Erntedankempfanges unmissverständlich und klar: Die Sicherung der Nahrungsmittelproduktion und damit auch die der Existenz der Landwirte ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die nur vom Miteinander von Politik, Verbrauchern und Landwirten gestemmt werden kann.

Beim 15. Empfang der Kreisbauernschaft im Kreishaus ließ Hausherr Wolfgang Spelthahn keinen Zweifel daran: „Die existenzgefährdende Situation in der Landwirtschaft hat bedrohliche Dimensionen angenommen“. Erich Gussen, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Düren als Gastgeber, stimmte damit überein. Trotz der ernsten Lage gelte es aber, nicht nur die Tradition hoch zu halten, sondern sich auf die eigene Stärke zu besinnen sowie die Qualität hiesiger Produkte und das ökologische Gewissen der Verbraucher in den Fokus zu rücken.

„Wir machen Euch satt“ – dieses Motto junger Landwirte zur Grünen Woche stellte Erich Gussen über seine Rede. Gussen beklagte, dass manche politische Entscheidung übereilt und ohne genaue Untersuchung der Folgen getroffen werde.

Als Beispiel nannte er das Russland-Embargo, das die Landwirte besonders hart trifft. Die Gesellschaft weltweit müsse ihr Konsumverhalten hinterfragen. So müssten Verbraucher bereit sein, für gute Ware auch einen anständigen Preis zu zahlen“.

Auch die Effizienz des Flächenverbrauchs gehört nach Ansicht der Landwirte auf den Prüfstand. „Wir nutzen und erhalten den Boden, die Gesellschaft verbraucht ihn“, so Erich Gussen, der alle gesellschaftlich relevanten Gruppierungen dazu aufrief, den jungen Landwirten eine Perspektive zu geben.

Örtlich gesehen stehe die Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf solidem Fundament, betonte Erich Gussen, der sich bei den Landfrauen für die Dekoration und bei Karin Käufer für die Herstellung der Erntekrone bedankte. Unter der Krone kamen die Gäste anschließend in intensive Gespräche.

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