Enge Zusammenarbeit, um Einbrechern das Leben schwerzumachen

Von: Stephan Johnen
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Je besser Fenster und Türen gesichert sind, desto schneller lassen Einbrecher von ihrem kriminellen Handwerk ab. Foto: imago/Westend61
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Landrat Wolfgang Spelthahn, Dagmar Runge, Kriminalhauptkommissar Dietmar Schorn und Ingo Vosen (von links) unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung. Foto: Johnen

Kreis Düren. Was können Eigentümer und Mieter tun, um Häuser und Wohnungen sicherer zu machen? Dieser Frage sind der Dürener Bauverein und die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren nachgegangen. Sie wollen in Zukunft eng mit der Polizei zusammenarbeiten.

Die Experten des Kriminalkommissariats Kriminalprävention werden künftig frühzeitig beratend in alle Sanierungs- und Bauprojekte einbezogen, damit beispielsweise bei Fenstern und Türen höhere Sicherheitsstandards erfüllt werden können.

Kritische Punkte

Wer dies schon bei der Planung berücksichtige, spare meist im Vergleich zu einer späteren Nachrüstung Geld – und erhöhe an besonders kritischen Punkten die Sicherheit. 75 Prozent aller Einbrecher gelangen über nur unzureichend gesicherte Türen und Fenster in Häuser, in Mehrfamilienhäusern ist die Wohnungseingangstür oft die Schwachstelle, wusste Kriminalhauptkommissar Dietmar Schorn zu berichten.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) als Leiter der Kreispolizeibehörde, Dagmar Runge (Bauverein) und Ingo Vosen (Wohnungsbaugenossenschaft) unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. „Damit setzen wir ein deutliches Zeichen“, ist Spelthahn überzeugt. Bauverein und Genossenschaft verwalten fast ein Zehntel aller Mietwohnungen in der Stadt Düren. „Mit 3000 Wohnungen ist dies der größte Bestand im Kreis Düren“, bilanzierte Spelthahn.

Das Thema Sicherheit solle damit noch einmal ganz plakativ ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Die Polizei allein wird trotz aller Bemühungen und Kräftekonzentrationen Einbruchsdelikte nicht verhindern können“, appellierte der Behördenleiter weiterhin an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen unmittelbar der Polizei zu melden und den Notruf 110 zu wählen. Aufmerksame Nachbarn und soziale Kontrolle würden Einbrechern das kriminelle Handwerk ebenso erschweren wie gut gesicherte Fenster und Türen.

Bis Ende September registrierte die Polizei im Kreis Düren 1349 Einbrüche, darunter etwa 600 Wohnungseinbrüche. „Wir haben uns etwas vom Landestrend abgekoppelt, haben etwa zehn Prozent weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahreszeitraum“, sagte Spelthahn. Erfreulich seien diese Zahlen aber keineswegs. „Unsere Experten stehen kostenlos für Beratungen zur Verfügung“, empfiehlt er Eigentümern, Mietern aber auch potenziellen Bauherren, das Angebot der Polizei anzunehmen. Denn gerade beim Neubau würden Fragen der Sicherheit oft ein wenig stiefmütterlich behandelt. Ganz anders als die Themen Energieeinsparung und Barrierefreiheit. „Wir verzeichnen einen Bauboom im Kreis Düren. Bauherren sollten auch die Sicherheit nicht außer Acht lassen“, sagt Spelthahn.

Bauverein und Wohnungsbaugenossenschaft sind auch bereit, im Sinne der Mieter in die Sicherheit zu investieren. Bei einem Projekt an der Blücherstraße seien die Vorschläge der Kriminalpolizei bereits berücksichtigt worden, im Rahmen einer Sanierung an der Pestalozzistraße sollen verstärkte Türen eingebaut werden.

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