Kreis Düren - EM-Tickets: Teurer Sommer steht Fußballfans bevor

EM-Tickets: Teurer Sommer steht Fußballfans bevor

Von: bugi
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11. Oktober 2014: In der Qualifikation zur EM vergeigt das deutsche Team in Warschau das Länderspiel gegen Polen und verliert 2:0. In Frankreich treffen die Teams am 16. Juli 2016 erneut aufeinander. Foto: Imago/Sportfotodienst

Kreis Düren. Für Richard Vendt aus Niederzier könnte der Sommer 2016 teuer werden. Vendt ist nicht nur Fan der Deutschen Fußballnationalmannschaft, sondern auch bei nahezu jedem Spiel dabei. Mehr als 250 Spiele der DFB-Elf hat er bereits gesehen, und wenn das deutsche Team sich vom 10. Juni bis zum 10. Juli anschickt, um den Europameistertitel zu kämpfen, will auch der Fan aus Niederzier mit dabei sein.

Dabei ist es gar nicht so leicht, an Karten für die Spiele mit deutscher Beteiligung zu kommen: Man muss dem Fanclub der Nationalmannschaft beitreten. Das kostet mal eben zehn Euro Aufnahmegebühr plus 30 Euro Jahresbeitrag – zusätzlich zum Preis der Karte.

Ob man dann aber überhaupt eine Karte bekommt, ist noch fraglich. Vendt: „Der Fanclub hat 50.000 Mitglieder. Die Kartenwünsche landen also in einer Lostrommel. Das ist mir zu kompliziert. Ich versuche direkt in Frankreich Karten zu bekommen.“ Verständnis hat Vendt für das Verfahren dennoch: „Wenn man die Radaubrüder in den Stadien sieht, ist dieses Verfahren vielleicht das bessere.“

Robert Deller, Vorsitzender der Spruchkammer des Fußballkreises und Beisitzer im DFB-Gericht sieht das ähnlich: „Spontan würde ich zwar sagen, dass die Fans, die sich für Karten interessieren, auch ohne Hürden an diese Karten kommen sollten. Aber wenn man den Sicherheitsaspekt betrachtet, ist das vermutlich zu rechtfertigen.“ Als „ziemlich vermessen“ wertet hingegen Hennig Demke vom 1. FC Köln Fan-Club „Neffeltal 98“ aus Vettweiß die Vorgehensweise des DFB. „Als Mitglied im Bundesliga-Fanclub habe ich dann wenigstens Vergünstigungen. Dieses Verfahren aber für Spiele der Nationalmannschaft anzuwenden, ist nicht okay.“

Und die Gegner? Die Ukraine, Polen und Nordirland warten in der Gruppenphase auf das deutsche Team. „Das ist machbar“, sagt Demke kurz und knapp. „Wir haben zwar in der Vorrunde etwas unglücklich gegen Polen verloren, müssten aber bei der EM alle drei Spiele gewinnen“, ist auch Richard Vendt optimistisch, dass die DFB-Elf die Gruppenphase übersteht und er die Chance hat, einen Auftritt seiner Mannschaft in den Finalbegegnungen live vor Ort zu erleben. Auch Ex-Nationalspieler Wilfried Hannes ist mit der Auslosung zufrieden: „Wenn man als Weltmeister in dieses Turnier startet, sollte das eine machbare Aufgabe sein. Man darf die Gegner zwar nicht unterschätzen. Aber ich glaube, dass unser Team die Spiele nutzen kann, um in Form zu kommen.“

Die Form wird das Team nötig haben, zumal in der Vorrunde die Spiele insbesondere gegen Polen wenig überzeugend waren – das Spiel in Polen wurde verloren, der Sieg in Deutschland war äußerst knapp. Robert Deller warnt denn auch: „Sieht man vielleicht mal von der Gruppe mit Belgien und Italien ab, ist da keine wirkliche ‚Hammergruppe‘ mit drei ernsthaften Endspielkandidaten dabei. Dennoch warne ich davor, die Gegner zu unterschätzen – und das gilt für alle drei Teams, insbesondere aber für die polnische Mannschaft. Wir sollten jedenfalls nicht so tun, als ob das ein reiner Spaziergang wird.“

Um Karten für die Begegnungen bemüht sich bisher nur Richard Vendt. Robert Deller wird nicht nach Frankreich reisen, Wilfried Hannes und Henning Demke sind noch unentschlossen. Demke: „Ich bin ja eigentlich ein ziemlicher Angsthase, was solche riesigen Menschenaufläufe betrifft.“ Andererseits lässt er sich FC-Spiele ja auch nicht entgehen...

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