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Ein neues System für die Apotheken-Notdienste

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
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Neu und doch vertraut: Apotheker Klaus Scholl präsentiert den veränderten Notdienst-Kalender 2014 für den Kreis Düren. Foto: Alexander Barth

Kreis Düren. Den Weg zur nächsten Apotheke finden – zu regulären Öffnungszeiten kaum ein Problem. Abends oder am Wochenende helfen die Notdienst-Apotheken weiter. Interessant oder vielmehr mühsam wird es erst, wenn zur „unmöglichen“ Zeit Medikamente her müssen.

Mit dem Jahreswechsel ist ein neues Notdienstsystem an den Start gegangen, das eine fairere Verteilung der Dienste zwischen den Apotheken ermöglichen und den Kunden eine Versorgung in einem festen Entfernungsradius garantieren soll. Mit dem neuen Rastersystem soll sichergestellt werden, dass im Umkreis von 15 Kilometern aus eine Apotheke einen 24-Stunden-Notdienst an Wochenenden, außerhalb der regulären Öffnungszeiten und an gesetzlichen Feiertagen anbietet.

Dabei werde es durchaus Gewinner und Verlierer auf beiden Seiten der Verkaufstheke geben, glaubt Felix Zimmermann, Sprecher der Apotheker im Kreis Düren. „Wie das im Leben eben so ist. Vor allem in ländlichen Regionen wird es so sein, dass die Apotheken mehr Notdienste leisten müssen als bisher. Ebenso wird die 15-Kilometer-Regel aufweichen, je ländlicher die Umgebung ist.“

Bei den städtischen Apotheken würde sich dagegen kaum etwas verändern. Zimmermann: „Insgesamt erwarten wir aber eine Verbesserung für Kunden und eine sinnvollere Ausnutzung der Strukturen. Falls der Plan so nicht aufgeht, kann man immer noch umjustieren“. Mit dem neuen Plan werde durchaus dem Apotheken-Sterben in den ländlichen Regionen Rechnung getragen: „Die Versorgung muss von immer weniger Häusern geleistet werden.“

Fahrtwege ändern sich

Für Hilfesuchende könnten sich vor allem die Fahrtwege ändern. Durch die Radius-Regelung sei es jetzt noch sinnvoller, auch Apotheken in Nachbarkreis anzusteuern, sagt der Apotheker-Sprecher. Ein Szenario, das Irmgard Hoyer Schopp bereits kennt. Sie betreibt eine Landapotheke in Kleinhau. „Zu uns kommen Menschen aus Roetgen oder Monschau, weil dort an manchen Tagen keine Notdienst-Versorgung möglich ist.“

Das neue System macht sich auch beim bekannten Notdienstkalender in Papierform bemerkbar – für Kunden wie Dienstleister: „Wir hatten uns daran gewöhnt, immer mit der gleichen Apotheke in Langerwehe Dienst zu machen“, sagt Klaus Scholl, Leiter der Dürener Anna-Apotheke. „Man kannte sich, konnte sich in Sachen vorrätiger Medikamente austauschen. Jetzt ist man eben flexibel“, ergänzt er. Wie seine Kollegin in Kleinhau rechnet Scholl mit einem positiven Effekt. „Das System scheint sinnvoll. Für uns macht sich es sich schon daran bemerkbar, dass wir zwei Dienste weniger pro Jahr einplanen müssen.“

Für die Ausarbeitung des Systems hat die Apothekenkammer einen Dienstleister beauftragt, Erfahrungswerte stammen aus dem Nachbarbezirk Westfalen: „Das Pilotprojekt hat gute Ergebnisse gezeigt“, sagt Sprecher Zimmermann. „Die eine oder andere Grenze wird noch fallen müssen. In den Köpfen wie auf der Landkarte“, glaubt der Apotheker.

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