Ein intensiver Blick auf die „Operation Heimkehr“

Von: awi
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Ulrike Scheffer und Sabine Würich interessieren sich für das Schicksal von Kriegsveteranen, die aus Afghanistan oder dem Kosovo zurückkehrten.

Schmidt. Aggressivität, Trauer, Angst: Viele Menschen wissen über das Erlebte im Zweiten Weltkrieg Bescheid. Doch einen Rückblick wollen Fotokünstlerin Sabine Würich und Journalistin Ulrike Scheffer mit ihrer Ausstellung „Operation Heimkehr“ nicht geben.

Vielmehr solle der Blick auf das Hier und Jetzt gerichtet werden, erklärte Scheffer bei der Eröffnungsveranstaltung. Sie reisten aus der Bundeshauptstadt Berlin in die Eifel und brachten dem interessierten Publikum die Schicksale der Kriegsveteranen in der Pfarrkirche Schmidt näher.

Den Anfang, Einblick in die Gedanken und Emotionen der Kriegsveteranen zu geben, fand Würich in ihrem Vorgängerprojekt, bei welchem sie Bilder von gesichtsverwundeten Soldaten behandelte. Bei der aktuellen Ausstellung legten die beiden gebürtigen Berlinerinnen keinen Wert auf die Verletzlichkeit des Gesichts, sondern des Menschen selbst, indem sie die Fotos direkt nach dem Interview über das Erlebte und ganz besonders das bis heute Verbleibende schossen. Die beiden Frauen reisten mit einem mobilen Fotostudio durch Deutschland und sprachen mit den Soldaten über ihre Erlebnisse im Kosovo, Afghanistan oder in Afrika – und über die Schwierigkeiten, nach der Rückkehr wieder Fuß in der Heimat zu fassen.

Bei den Gesprächen mit 66 Männern und acht Frauen begegneten Würich und Scheffer nicht ausschließlich nur traumatisierten Soldaten. Dabei spiegeln nicht nur die Texte wieder, wie unterschiedlich die geborenen oder gewordenen Deutschen von den verschiedensten Konfessionen geprägt sind.

Wie gut oder schlecht sie das Vergangene verarbeiten können, zeigen auch sehr interessant die verschiedenen Schwarzweiß-Fotografien, die alle mit gleichem Hintergrund und gleichen Lichtverhältnissen aufgenommen wurden und die Individualität eines jeden Einzelnen betonen.

Auch wenn es in einer Zeit wie der unseren schwer sei, einen Blick für das Schlimme zu haben, müsse man Verantwortung tragen und diejenigen unterstützen, die sich einst für uns und für den Frieden eingesetzt haben, stimmte Astrid Hohn, die stellvertretende Landrätin des Kreises Düren, dem zu.

Nach ihrem Aufenthalt im Ausland kommen viele der Soldaten verändert zurück und werden oft ins Ungewisse entlassen. Die Versorgung dieser wird thematisch ausgespart es kommt zu einem „Fall durch alle Netze“, gab Marco Schmunkamp, der parteilose Bürgermeister der Stadt Nideggen, zu bedenken.

Davon, dass die beiden Macherinnen der Ausstellung diese in der Hubertus-Friedenskirche in Schmidt ausstellen können, sind sie begeistert. Hier erlebt die Ausstellung ihren letzten Auftritt auf ihrer Reise durch ganz Deutschland, welche vor zwei Jahren im Bundestag begann. Der Eintritt zu der Ausstellung ‚Operation Heimkehr‘ , welche täglich von 8 Uhr bis 19 Uhr geöffnet ist, ist frei. Ein 189 Seiten umfassender Begleitroman kann in der Hubertus-Kirche zu einem Preis von neun Euro erworben werden.

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