Ehrenamtlich in der Natur auf Streife

Von: Sonja Essers
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In ihrem Bezirk kennt Naturschutzwartin Magdalena Loevenich sich bestens aus. Die 58-Jährige ist westlich der Rur unterwegs. Ihr Bezirk reicht von Rölsdorf bis nach Merken. Das Bild zeigt sie im Wald naher der Station „Tuchmühle“ in Niederau. Foto: Sonja Essers

Kreis Düren. An der frischen Luft ist Magdalena Loevenich besonders gerne unterwegs. Und so ist die 58-Jährige nicht nur in der Ortsgruppe Düren des Eifelvereins aktiv, sondern hat vor vier Jahren noch eine weitere ehrenamtliche Tätigkeit übernommen, bei der sie bis zu 22 Kilometer in der Woche zurücklegt.

Magdalena Loevenich ist Mitarbeiterin des Umweltamtes des Kreises Düren und bis zu zwei Mal in der Woche als Naturschutzwartin unterwegs. Eine Tätigkeit, die jedoch nicht von jedem positiv wahrgenommen wird. Doch dazu später mehr.

Wenn Magdalena Loevenich einen Streifzug durch ihr Revier unternimmt, füllt sie sich pudelwohl. Ihr Revier befindet sich westlich der Rur und reicht von Rölsdorf bis nach Merken. Dort kennt Loevenich sich bestens aus. Ausgerüstet mit Dienstjacke und dem entsprechenden Ausweis macht sie sich meist am Vormittag auf den Weg. Mit der Rurtalbahn geht es für die gelernte Bürokauffrau vom Annakirmesplatz bis zur Haltestelle „Tuchmühle“ in Niederau. Zu Fuß durchkämmt sie den Wald bis sie wieder in der Dürener Innenstadt landet. An einem zweiten Wochentag macht sie sich auf den Weg in die andere Richtung nach Merken.

Ihre Aufgabe scheint auf den ersten Blick leicht: Sie muss während ihrer Tour die Augen offen halten. Sieht sie Müll oder auch marode Bäume gibt sie dies an Förster, Servicebetrieb oder auch das Umweltamt weiter. „Müll ist ein großes Problem“, sagt sie. Sogar einige kuriose Funde hat Magdalena Loevenich schon gemacht. Darunter auch eine Waschmaschine oder Bauschutt. „Das kann man einfach nicht nachvollziehen. So etwas ist für mich vollkommen unverständlich“, sagt sie.

Gerade wenn die Temperaturen steigen, hat die Naturschutzwartin viel zu tun. Schließlich wird dann nicht nur entlang der Rur gegrillt, sondern es gibt auch immer wieder Menschen, die sich zur Abkühlung in die Fluten stürzen. Doch das ist strengstens verboten. „Das kann lebensgefährlich sein, aber das verstehen viele einfach nicht“, sagt Loevenich.

Auf Unverständnis stößt die 58-Jährige auch bei zahlreichen Hundebesitzern. Der Wald zwischen Niederau und der Dürener Innenstadt ist ein Naturschutzgebiet. Hunde müssen angeleint sein. Trifft Magdalena Loevenich auf einen Spaziergänger, dessen Vierbeiner nicht angeleint ist, macht sie diesen darauf aufmerksam. „Manche Hundebesitzer brauche ich nur anzuschauen und sie wissen direkt Bescheid. Man kennt seine Pappenheimer“, sagt sie und lacht.

Kein Ordnungsgeld verhängen

Doch nettes Zureden helfen nicht in allen Fällen. „Manche Leute interessiert einfach nicht, dass es Regeln gibt, an die sie sich halten müssen“, sagt Loevenich. Ordnungsgelder darf Magdalena Loevenich nicht verhängen. Das sei in Bundesländern wie Bayern jedoch anders, sagt Loevenich. „Dort hat man als Naturschutzwart mehr zu sagen.“

Negative Erfahrungen habe sie bisher noch nicht gemacht. „Sonst würde ich das auch nicht mehr machen. Schließlich ist das ein Ehrenamt“, sagt Loevenich. Erst vor wenigen Wochen wurde sie in ihrem Amt bestätigt und gemeinsam mit ihren 17 Kollegen – allesamt Männer – von Landrat Wolfgang Spelthahn bis ins Jahr 2020 ins Amt berufen. Kontakt mit ihren Kollegen hat Loevenich allerdings nur selten. „Es wäre schön, wenn wir uns öfter austauschen könnten. Dann würde man auch hören, welche Erfahrungen die Kollegen in ihren Bezirken machen.“

An ihr Amt kam Magdalena Loevenich übrigens durch den Eifelverein. Von ihrer Ortsgruppe wurde sie vorgeschlagen. Ob sie dieses auch noch nach 2020 ausüben möchte? „Bisher weiß ich das noch nicht, aber mir macht es sehr viel Spaß, deshalb könnte es gut sein, dass ich weitermachen würde“, sagt sie.

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