Edelstahlplatten verschwunden: Forschungszentrum zieht Konsequenzen

Von: hp
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Vor dem Dürener Schöffengericht muss sich ein 46-jähriger ehemaliger Mitarbeiter des Forschungszentrums verantworten. Symbolbild: dpa

Düren/Jülich. Obwohl die Straftaten bis zu zweieinhalb Jahre zurück liegen, geht das Dürener Schöffengericht auf detaillierte Spurensuche. Immerhin verschwanden aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) zwischen November 2012 und November 2013 über 60 hochwertige Edelstahl-Platten in unterschiedlicher Materialstärke.

Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf rund 14.000 Euro und hat einen 46-Jährigen aus Düren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Betruges angeklagt. Seit dem 10. Februar hat sich der ehemalige Mitarbeiter des FZJ vor dem Schöffengericht zu verantworten.

Da bislang nicht eindeutig geklärt wurde, auf welche Art und Weise die ein x zwei Meter großen Edelstahl-Platten mit einem Gewicht zwischen – je nach Materialstärke – 48 und 96 Kilogramm verschwinden konnten, begibt sich das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank auf akribische Spurensuche nach einem „Fehler im System“.

Nach den bisherigen Verhandlungstagen dürfte unstrittig sein, dass der Angeklagte nicht die Möglichkeit hatte, selbst per Computer Material für Instandsetzungs- oder Wartungsaufträge innerhalb des FZJ zu bestellen. Eine solche Zugangsberechtigung hatten offenbar nur die Meister und Vorarbeiter des Gebäude-Managements sowie zwei EDV-Mitarbeiter des FZJ-Materiallagers.

Die meisten der damals nach Zeugenaussagen rund 60 Handwerker konnten allenfalls einen Material-Anforderungsschein ausfüllen, der dann von den Zugangsberechtigten in das Computer-System eingegeben wurden. Die Anklage stützt sich darauf, dass bei den Ermittlungen auf diesen gelben Zetteln immer wieder der Name des Angeklagten als „Anforderer des Materials“ notiert gewesen sei.

Sowohl ein Kollege als auch zwei Mitarbeiter des Zentrallagers sagten aus, sie hätten damals keine Auffälligkeiten – etwa häufigere Bestellungen des Angeklagten oder gar Materialreservierungen für private Zwecke – bemerkt. Die beiden Mitarbeiter des Zentrallagers räumten aber ein, dass „oft nur eine Bestell-Nummer eingegeben wurde“, ohne dass daraus hervorging, um was es sich eigentlich handelte. Außerdem habe es Situationen gegeben, dass FZJ-Mitarbeiter auch gelbe Material-Bestellzettel von ihren Kollegen vorgelegt hätten.

Wie einer der Zeuge aussagte, habe das FZJ aus dem Vorfall Konsequenzen gezogen. So würden die Bestell-Zettel nicht mehr den Mitarbeitern ausgehändigt oder nach ein paar Wochen entsorgt, sondern archiviert. Der Prozess wird am Dienstag, 31. März, ab 10.30 Uhr fortgesetzt.

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