Kreis Düren - Durch Einsatz der Kontrolleure werden „Einnahmen gesichert“

Durch Einsatz der Kontrolleure werden „Einnahmen gesichert“

Von: Burkhard Giesen
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Die Zahl der Schwarzfahrer liegt im Kreis Düren mit etwa einem Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Foto: imago/Sven Lambert

Kreis Düren. Für die Richter am Amtsgericht in Düren ist es nahezu Alltag. „Das sind keine vereinzelten Verfahren, sondern kommt ständig vor“, bekräftigt Amtsgerichtsdirektor Ulrich Conzen. Wer ohne gültigen Fahrschein in Bus oder Bahn erwischt wird, findet sich im ungünstigsten Fall irgendwann auch vor Gericht wieder – wenn er zu den Wiederholungstätern zählt.

Und davon gibt es auch im Kreis Düren erstaunlich viele. 40 Euro muss berappen, wer ohne gültigen Fahrschein erwischt wird. „Leistungserschleichung“ heißt das Vergehen im Amtsdeutsch. Ab 1. Januar soll das Bußgeld nach dem Willen der Bundesländer deutlich angehoben werden – dann wären gar 60 Euro fällig, zusätzlich zur Strafanzeige. Dabei sollte die Beförderung ohne Fahrschein beim Busfahren eigentlich ausgeschlossen sein: Gehen nur vorne die Türen auf, muss man am Busfahrer vorbei und ein Ticket erwerben, wenn man noch keines hat.

Die Realität sieht oft anders aus: Viele Fahrgäste steigen auch hinten ein, „vergessen“ dann, den Fahrschein zu entwerten, wie Rosemarie Butterweck von der Dürener Kreisbahn (DKB) erklärt. „Auch die Vielfalt der Fahrscheine ist für die Busfahrer manchmal ein Problem, so dass man auf die Schnelle nicht immer erkennen kann, ob es sich nur um eine Kopie handelt“, sagt Butterweck.

„Im gelobten Land“

Zehn Millionen Menschen befördert die DKB in jedem Jahr. „Über 100.000 Fahrgäste werden von uns kontrolliert“, betont DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke. Die Zahl der Kunden ohne Fahrschein liegt etwas über einem Prozent – also grob drei Schwarzfahrern am Tag. „Wir sind hier noch im gelobten Land“, freut sich Böhnke über die vergleichsweise niedrige Zahl, liegt sie doch im Bundesdurchschnitt deutlich über drei Prozent.

Hochgerechnet auf die zehn Millionen Fahrgäste würden demnach aber schon 100.000 Fahrgäste Jahr für Jahr die DKB um das Beförderungsgeld prellen. Kein Wunder also, dass die DKB kräftig daran arbeitet, die Kontrollen eher noch auszudehnen: „Durch den Einsatz der Kontrolleure sichern wir Einnahmen. Dieser Einsatz lohnt sich“, versichert Böhnke. Parallel dazu wird allerdings auch an neuen Fahrscheinkonzepten gearbeitet. So will die DKB zum Beispiel ab 2016 Chipkarten für Vielfahrer einsetzen, wie sie jetzt schon bei der Kölner KVB genutzt werden. Der Vorteil: ein Scanner übernimmt die Kontrolle der Chipkarte und kann sofort erkennen, ob die Karte gültig ist, oder nicht.

Regelmäßige Kontrollen führt auch die Rurtalbahn auf ihren Strecken zwischen Linnich und Heimbach durch. Bei knapp 300.000 kontrollierten Fahrgästen (insgesamt sind es jährlich 2,4 Millionen Beförderungen) kommt man mit rund 3000 Schwarzfahrern ebenfalls auf eine Quote von einem Prozent. „Bei Eisenbahnen dürfte die Dunkelziffer aber höher sein“, glaubt Rurtalbahn-Sprecher Sebastian Nießen, eben weil es keine Kontrollen beim Einstieg gibt. Die geplante Erhöhung des Bußgeldes begrüßt Nießen: „Das ist auch im Sinne der Fahrgäste, die regelmäßig bezahlen.“

Eine Position, die auch Thomas Dürbaum vom Fahrgastbeirat vertritt: „Ich halte eine Bußgelderhöhung nicht für falsch. Schwarzfahren wirkt sich auf den Preis für alle Fahrgäste aus. Meine persönliche Meinung ist: Man könnte sogar noch eine Null hinten dran hängen.“

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