Dürener Kreis-SPD wählt Nietan und ehrt Koschorreck

Von: Volker Uerlings
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„Klare sozialdemokratische Kante zeigen“: Der alte und neue SPD-Kreischef Dietmar Nietan (mit Mikro) schwor die Genossen im Kreisverband aufs Superwahljahr 2017 ein. Foto: Uerlings, Abels
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Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Dürener Bürgermeisterin Liesel Koschorreck ist mit der Willy-Brandt-Medaille der Bundespartei ausgezeichnet worden. Foto: Uerlings, Abels

Kreis Düren. So ein Parteitag kann ganz schön lange dauern. Straffe Abläufe und eine gute Vorbereitung sorgen dafür, dass da zeitlich nichts ausufert. Der SPD-Unterbezirk Düren in der Jülicher Stadthalle hatte am Samstag ein strammes Programm mit vielen Wahlen, Berichten und Anträgen.

Und dennoch ließen sich die Genossen die Zeit, bei Personalentscheidungen genau hinzusehen. Dietmar Nietan an der Spitze war – wieder – gesetzt und erhielt knapp 90 Prozent der Stimmen. Die drei neuen Stellvertreterkandidaten waren nicht jedem bekannt. „Da bitte ich doch um eine Vorstellung, schließlich haben wir mit Dietmar einen Spitzenfunktionär, der auch mal Minister werden könnte. Ich traue ihm das zu“, sagte ein Sozialdemokrat. In einem solchen Fall komme den Stellvertretern eine wichtige Funktion zu.

Und so präsentierten sich Anne Küpper (Ortsverein Vettweiß), Max Dichant (Heimbach) und Peter Münstermann (MdL/Langerwehe). Der Landtagsabgeordnete, der 2017 nicht mehr antritt, steht für Erfahrung, die anderen beiden sind noch sehr jung und verkörpern die personelle Erneuerung der Partei, die sich auch der Unterbezirksvorsitzende in seiner kämpferischen Rede gewünscht hatte.

Das Trio wurde gewählt, Dichant erhielt 85 von 88 Stimmen, Küpper und Münstermann je 67. Nietan gratulierte herzlich, der in der Versammlung quasi im Amt mutierte: Er hatte die rund 100 Genossinnen und Genossen als Chef des Unterbezirks begrüßt und verabschiedete sie nachmittags als Kreisverbandsvorsitzender. Die SPD hat sich in Kreisverband Düren/Jülich umbenannt. Dieser Antrag erhielt zwar 14 Gegenstimmen, übertraf die notwendige Zweidrittel-Mehrheit aber deutlich.

Nietan und der Vorstand riefen Zielmarken aus: Im Superwahljahr 2017 mit Landtags- und Bundestagswahlen möglichst gut abschneiden und die eigenen Kandidaten durchbringen. Der Parteitag am Samstag stand aber auch schon im Zeichen der Kommunalwahlen 2020.

Die gewünschte Verjüngung des Führungsteams entspringe nicht dem Jugendwahn, sondern sei mit Blick auf den erforderlichen modernen Wahlkampf unabdingbar: „Sonst wird es 2020 Heulen und Zähneklappern geben.“ Der Kreisverband folgte diesem Anliegen, denn auch in die weiteren Ämter im geschäftsführenden Vorstand wurden größtenteils jüngere Sozialdemokraten gewählt: Julia Heidbüchel (Nideggen) als Kassiererin (Stellvertreter Lukas Gärtner/Heimbach), Fred Schüller (Titz) als Schriftführer (Stellvertreter Katja Böcking/Jülich).

Inhaltlich blies Dietmar Nietan ins Jagdhorn: Die SPD werde sich für den Erhalt der Industriejobs auch im rheinischen Braunkohlenrevier stark machen. „Wir lassen nicht zu, dass andere auf dem Altar des ökologischen Gewissens tausende Arbeitsplätze opfern.

Mit uns gibt es nur einen Strukturwandel – und nicht einen Strukturbruch.“ Die Sozialdemokraten hätten mit der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) die Voraussetzungen geschaffen, das Kirchturmdenken abzuschaffen. „Der geordnete Strukturwandel als Jahrhundertaufgabe hätte loslegen können“, sagte der Bundestagsabgeordnete. Stattdessen aber boykottiere die CDU das Programm der IRR, „und die Grünen schweigen. Das ist ein Skandal“.

Die eigene Partei müsse wieder eine „klare sozialdemokratische Kante zeigen“ und zu ihren alten Werten zurückfinden, forderte der Kreisvorsitzende mit Blick auf die Wahlkämpfe. Das sei auch unerlässlich, um dem „Phänomen Wutbürger“, die zutiefst frustriert seien, entgegenzutreten. Die gibt es laut Nietan nicht nur rechts, sondern „auch in unserer Partei“.

Willy-Brandt-Medaille für Liesel Koschorreck

Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Dürener Bürgermeisterin Liesel Koschorreck ist beim Unterbezirksparteitag mit der Willy-Brandt-Medaille der Bundespartei ausgezeichnet worden. Die Dürenerin hat in Stadt, Kreis und Land zahlreiche Ämter ausgeübt und war bis Samstag auch Vize-Vorsitzende im Unterbezirk.

Dietmar Nietan verlieh ihr ob großer Verdienste die höchste Auszeichnung der SPD. Er habe sich über viele Jahre immer auf sie verlassen können. Er dankte auch Marco Maria Emunds (Jülich), der nicht mehr als Vize kandidierte, und im Vorstand keine Nord-/Südkreis-Kluft aufkommen ließ.

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