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Dürener Industrie: Energiekosten gefährden den Optimismus

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VIV-Geschäftsführer Hans-Harald Sowka (l.)und VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath (r.) im Gespräch mit Lehrer-Präsident Josef Kraus. Foto: Abels

Kreis Düren/Hambach. Die Dürener Industrie blickt optimistisch in die nahe Zukunft. Daran ließ Dr. Stephan Kufferath, Vorsitzender der Vereinigten Industrieverbände (VIV), bei der Jahresanfangsveranstaltung der VIV keinen Zweifel.

Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate sind bei der jüngsten Konjunkturumfrage der VIV positiver bewertet worden. Damit befinden sich die Unternehmen an der Rur in guter Gesellschaft, betonte Kufferath mit Blick auf die Dezember-Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft unter 48 Wirtschaftsverbänden. „34 der 48 Wirtschaftszweige rechnen für 2014 mit einem Produktionsanstieg beziehungsweise höheren Umsätzen als im abgelaufenen Jahr.“

Frei von Sorgenfalten sind die Köpfe der Unternehmer angesichts der sozialpolitischen Pläne der Großen Koalition in Berlin jedoch auch an der Rur nicht. „Insbesondere die milliardenschweren Ausgaben im Bereich der Rentenversicherung sind aus unserer Sicht ein Fehler“, betonte Kufferath. „Und auch die Beschäftigungschancen für Einfachqualifizierte werden mit den geplanten Reglementierungen der Zeitarbeit und der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns verschlechtert“, führte der Sprecher von 135 Unternehmen mit 16 500 Beschäftigten weiter aus.

Herausforderung und Risiko

Zentrale Herausforderung und zugleich größtes Risiko für die deutsche und regionale Industrie sei die Energiewende, führte Kufferath aus. „Wenn die Energiewende nicht gelingt, wird der Industriestandort Deutschland unweigerlich Schaden nehmen. Vor allem müsse man die Energiekosten wieder in den Griff bekommen.

Mit Blick auf die erneuerbaren Energien machte der VIV-Vorsitzende deutlich, das die deutsche Industrie im Vergleich zum Jahr 2007 schon 2012 rund 45 Prozent mehr für eine Megawattstunde Strom auf den Tisch legen musste. Und das Energiethema sei beileibe nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit besonders energieintensiver Stahl- und Aluminiumwerke entscheidend, sondern auch für die Industrie in der Region Düren. Von den 20 Milliarden Euro, die die erneuerbaren Energien in Deutschland im vergangenen Jahr gekostet hätten, habe allein die Industrie mehr als sechs Milliarden gezahlt. Weitere vier Milliarden hätten Handel, Gewerbe und der Dienstleistungssektor beigesteuert.

Kufferath rechnete vor, dass ein mittelständisches Unternehmen mit 180 Mitarbeitern und einem Stromverbrauch von zehn Gigawattstunden allein 2013 pro Mitarbeiter rund 2900 Euro an EEG-Umlage gezahlt habe. „Anders ausgedrückt: Ohne die EEG-Umlage hätte dieses Unternehmen ohne zusätzlichem Aufwand jedem seiner Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung für 2013 von 2900 Euro zukommen lassen können“, erklärte Kufferath vor rund 150 Gästen auf Burg Obbendorf in Hambach. „Dieses Beispiel macht auch deutlich, dass es keinen Sinn macht, private und industrielle Stromverbraucher gegeneinander auszuspielen.“

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