Dreigroschenoper: Drei Stunden Bertolt Brecht vom Feinsten

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27 Schauspieler des Literarturkurses der Gesamtschule Niederzier/Merzenich und das 15-köpfige Orchester boten drei Stunden Bertolt Brecht vom Feinsten.

Niederzier/Merzenich. Ein gewaltiges Bühnenbild bot sich den 200 Zuschauern der Aufführung des Literaturkurses der Gesamtschule Niederzier/Merzenich. Ganz im Sinne Bertolt Brechts, dem Begründer des epischen Theaters, war die gesamte Aula voller beschrifteter Schilder, die schon auf das Thema des Abends verwiesen.

In der folgenden dreistündigen Aufführung wurde dieser opulente Eindruck verstärkt. 27 Schauspieler agierten in aufwändigen Kostümen auf zwei Bühnen und bespielten die Aula, ein 15-köpfiges Orchester sorgte für die musikalischen Elemente der Dreigroschenoper. Und der Literaturkurs meisterte die anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour.

Unter der Leitung der Kurslehrer Thomas Metz und Marcel Lautwein sowie dem Orchesterleiter Olav Calbow gelang es der Gruppe, die Geschichte um den Schurken Mackie Messer rasant auf die Bühne zu bringen.

Das Stück zeigt die Macht der Intrige und die Chancenlosigkeit der Mittellosen, die mit größter Offenheit dargestellt wird. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ – viele Sätze, die auf der Bühne gesprochen oder gesungen wurden, können problemlos auf heutige Zustände übertragen werden.

Brecht hätte vor allem seine Freude gehabt an den parallel agierenden Schauspielern mit ihren provokanten Kostümen und Texten – und das Publikum war begeistert vom Mut und der Spielfreude der jungen Theaterakteure. Vor allem Friederich Ebel, der als Bettlerkönig Peachum den ungewollten „Schwiegervater“ von Mackie Messer bot, sowie die beiden Darsteller des Mackie Messers – Marvin Koch und Anne Färber – überzeugten schauspielerisch.

Als Sängerin stach Charlotte Rath heraus, die in der Rolle der Polly mehrere Gesangsauftritte hatte. „Aber eigentlich müsste man alle Akteure für ihre Leistung auf der Bühne hervorheben“, bemerkte Gotthard Vaaßen, der wie viele andere Besucher den Mut und den Aufwand herausstellte, den die Gruppe betrieben hatte, um die „Dreigroschenoper“ präsentieren zu können.

Überzeugend präsentierte sich das Orchesterensemble unter Leitung von Olav Calbow, so dass dem Publikum ein Abend ganz im Sinne des Autors geboten wurde: Unterhaltend, schockierend – ein Weckruf, Ungerechtigkeit nicht klaglos stehen zu lassen.Dementsprechend gab es großer Applaus nach einem intensiven Bühnenerlebnis. „Die vielen Proben haben sich gelohnt!“, meinten Lea Hemgenberg und Charlotte Rath und eine Schülermutter lobte: „Mich hat der Mut beeindruckt, mit dem sich die Schüler der Aufgabe gestellt haben.“

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