Diebstahl im Forschungszentrum: Vorwurf ist vom Tisch

Von: hp
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Das Gericht schrieb dem Forschungszentrum Jülich eine „katastrophale Dokumentation“ ins Stammbuch. Symbolbild: dpa

Düren/Jülich. Der Freispruch war nicht wirklich eine Überraschung. Der bisherige Prozessverlauf, bei dem es um Materialdiebstahl im großen Stil im Forschungszentrum Jülich (FZJ) ging, machte immer wieder deutlich, dass dem 46-jährige Angeklagten aus Düren der gewerbsmäßige Betrug zum Nachteil seines ehemaligen Arbeitgebers nicht nachzuweisen war.

Stattdessen gab es für die Großforschungseinrichtung ein geradezu vernichtendes Testat. Das damalige System der Materialausgabe habe kaum vernünftige Kontrollen gehabt. In dem Zusammenhang sprach die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank von einer „katastrophalen Dokumentation“, zumal für die über 60 verschwundenen Edelstahlplatten auch andere Mitarbeiter infrage kommen könnten.

Im Bereich der Instandsetzung der FZJ-Anlagen waren, so ergaben Zeugenaussagen, zwischen 45 und 48 Mitarbeiter in eigenen Werkstätten zuständig. Fairerweise sei erwähnt, dass das FZJ aus den damaligen Vorfällen offenbar gelernt hat. So werden die Bestell-Formulare nicht mehr nach ein paar Wochen vernichtet, sondern archiviert.

Kein Zugang zum System

Zwischen November 2012 und November 2013 war der Name des Angeklagten auffällig häufig im Zusammenhang mit Edelstahl-Platten auf den Bestellzetteln vermerkt worden, was dann wohl auch zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führte.

Das Gericht hat in zahlreichen Zeugenvernehmungen versucht, detailliert die Arbeitsabläufe im FZJ zu rekonstruieren. Dabei fiel schon am ersten Prozesstag auf, dass der Angeklagte, der inzwischen aus den Diensten des FZJ ausgeschieden ist, gar keinen Zugang zum Computersystem für die Materialbestellung hatte. Im weiteren Verlauf konnten ihm die Tatvorwürfe anhand von neun Fällen nicht nachgewiesen werden.

Der Freispruch war zwangsläufig die Folge, denn selbst der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte dafür plädiert.

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