Düren - Die Stadt der Bierbrauer und Tuchhändler

Die Stadt der Bierbrauer und Tuchhändler

Von: Hannes Schmitz
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Studienkollegen: Heinz Andermahr (Bildmitte), Archivar der Stadt Bergheim, und Bürgermeister Paul Larue. Der erste Vorsitzende der Joseph-Kuhl-Gesellschaft, Prof. Günter Bers (z.v.r.) stellte die neue Schrift vor, die auch der Leiter des Dürener Archivs Helmut Krebs interessant findet. Foto: Hannes Schmitz
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Das alte Gewandhaus am Altenteich in Düren war eines der markantesten Gebäude in der jetzigen Kreisstadt, die einst zum Herzogtum Jülich gehörte. Foto: Stadt- und Kreisarchiv

Düren. Im Mittelalter muss Düren im Herzogtum Jülich eine „durstige Stadt“ gewesen sein. Neben den Tuchhändlern, die in der kleinen Stadt eine große Rolle spielten und Lieferant für die Frankfurter Messen waren, wurden im Jahr 1605 insgesamt 85 Braumeister gezählt, die sogar eine eigene Zunft bildeten und das Hopfenbier brauten. „Mehr als in Köln“, wusste Heinz Andermahr im Stadt- und Kreisarchiv in einem Vortrag zu berichten.

Der Archivar der Stadt Bergheim stellte sein neues Buch vor, das in der Schriftenreihe „Forum Jülicher Geschichte“ erschienen ist. Eine Publikation der Joseph-Kuhl-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, wie der Vorsitzende Professor Günter Bers erläuterte, die kommunale Vergangenheit der Städte und Orte sowie die Gegebenheiten im Herzogtum Jülich aufzuarbeiten.

Der Autor ist nach den professoralen Worten ein „Kenner der Materie“, der schon etliche Untersuchungen zur Geschichte des Jülicher Landes veröffentlicht hat.

In seiner neuen Schrift hat sich Heinz Andermahr mit der Analyse von „Handelsgütern und Wirtschaftskräften in den Städten des Herzogtums Jülich vom 14. bis zum 17. Jahrhundert“ befasst. Eine Wirtschaftsgeschichte des früheren Herzogtums Jülich, aber auch der „jülichschen Städte“. Im untersuchten Zeitraum gab es acht durch Jülich gegründete Städte, 17 von Jülich erworbene Städte und sieben „Freiheiten“, „Vesten“ und „Täler“. Die wichtigsten Handelsgüter in den Städten waren Wein und Bier. Zu den bedeutendsten Exportgütern zählten Waid, Tuche und Getreide.

Der Autor erinnerte in diesem Zusammenhang an das Gewandhaus in Düren, die Tuchmacherzunft und die beiden Färbereien in der Stadt. Für Düren spielte auch der Handel mit Montanerzeugnissen eine große Rolle. In den vielen kleineren Städten des Jülicher Raums besaßen Wirtschaft und Handel nur einen geringen Stellenwert und gelangten in ihren Produktionen nie über den Eigenbedarf hinaus.

Letzte Blütezeit

Ihre Daseinsberechtigung, berichtete der Bergheimer Archivar, erhielten die Städte als „Verwaltungssitz von Ämtern, als befestigte Plätze zur Sicherung der Grenzen und Straßen“. Sie wurden damit zu „Bundesgenossen“ des Landesherrn beim Ausbau des Jülicher Territoriums.

Eine letzte Blütezeit erlebten die Jülicher Städte im 16. und in den Anfängen des 17. Jahrhunderts. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und im 18. Jahrhundert setzte an der Rur eine Zeit des Niedergangs ein.

Heinz Andermahr beleuchtet viele Aspekte in seinem Buch, das detailreich ein wesentliches Stück Heimatgeschichte wiedergibt. Für die Stadt Düren ist diese Studie besonders aufschlussreich, weil in der größten Stadt des Jülicher Herzogtums die Bedeutung und Wirkung der „Handelsgüter und Wirtschaftskräfte des Herzogtums Jülich vom 14. bis zum 17. Jahrhundert“ – so der exakte Titel des Buches – am deutlichsten spür- und sichtbar wurden.

Das Buch ist nach Ansicht von Professor Dr. Günter Bers aber auch ein „Entree“ in weitere Forschungsarbeiten.

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