Kreis Düren - Die Rübenaussaat hat begonnen

Die Rübenaussaat hat begonnen

Von: Antonius Wolters
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Im Märzen der Bauer: Der Betrieb von Heinz Leipertz war recht früh dran, als am Mittwoch auf einer Parzelle bei Pattern schon mit der Rübenaussaat begonnen wurde. Die überbreite Sämaschine kann das Saatgut gleichzeitig in zwölf Reihen ausbringen. Die feinkrümelige Erde ist durch die intensive Bodenbearbeitung entstanden. Foto: Wolters
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Um Feinsämereien wie das Rübensaatgut (Bild) maschinell ausbringen zu können, werden sie von den Produzenten in Pillenform angeboten, deren Hülle auch vor Schädlingen schützt.

Kreis Düren. Es ist ein strahlender Frühlingsmorgen. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und auf der Parzelle von Landwirt Heinz Leipertz zieht der Traktor seine Bahnen. Zuckerrüben sollen gesät werden. Leipertz ist nämlich gleichzeitig Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung im Werk Jülich der Pfeifer&Langen KG und er ist mit der Rübensaat ziemlich früh dran.

„Der Zeitpunkt ist eine Hoffnung auf den künftigen Wetterbericht“, sagt der Rübenexperte, der hofft, dass die Vorhersagen eintreffen.

Die Ausgangssituation stelle sich wie folgt dar: Nach den vielen Niederschlägen im Winter hätten sich die meisten Böden mit Feuchtigkeit vollgesogen. Um die Böden vorzubereiten, erfolgte die Grundbodenbearbeitung mit Pflug und Grubber bis zu einer Tiefe von 30 cm. Je nachdem, ob die Äcker ausreichend abgetrocknet waren, folgte die weitere intensive und flache Bodenbearbeitung mit einem flachen Grubberstrich, um die oberen 10 bis 15 cm für das Saatbett zu bereiten.

Für die Aussaat verwendet der Betrieb von Heinz Leipertz ein zwölfreihiges Einzelkorn-Sägerät, das diverse Arbeiten in einem Durchgang erledigt. So wird eine kleine Furche gezogen, in die im Abstand von 22 cm eine Saatpille fällt. Diese wird leicht angedrückt um den Bodenschluss zu sichern und locker mit Erde bedeckt, die an den Seiten ebenfalls angedrückt wird.

Wichtig ist, dass die Pillen nur 2 bis 3 cm tief unter die Erde kommen, damit der Weg des kleinen Keimlings nicht so weit ist Richtung Oberfläche und Sonne. Die Hülle der Saatpille enthält Insektizide und Fungizide, die das Saatgut gegen Schädlinge schützen sollen. Sie bilden beim Kontakt mit Feuchtigkeit den so genannten Beizhof, der das winzige Samenkorn wie eine Kugel umgibt.

Leipertz verwendet einige Anstrengung darauf, die Sämaschine so einzustellen, dass die Sätiefe und die Abstände, in denen eine Pille in die Furche fällt, konstant bleiben. „Wie die Aussaat, so die Ernte“, bemüht er eine alte Bauernweisheit, die indes einen realen Hintergrund hat, denn die Arbeit mit dem Rübenroder bei der Ernte profitiert von einem konstanten Reihenabstand (45 cm) und Abstand der Pflanzen (20 bis 24 cm). Bei einem Abstand von 20 cm werden rund 111.000 Pillen pro Hektar ausgebracht, was bei einer 90-prozentigen Keimquote rund 100.000 Pflanzen ergibt. Leipertz bevorzugt den 22er-Abstand, der 100.000 Pillen und folglich 90.000 süße Knollen ergibt.

Da Zuckerrüben, so der Experte, über ein hohes Kompensationsvermögen verfügen, also Pflanzen stärker wachsen, wenn eine Nachbarpflanze ausgefallen ist, werde bei Werten zwischen 70.000 und 100.000 Pflanzen pro Hektar von Vollertrag gesprochen, sagt Leipertz. Feuchtigkeit und ausreichend Wärme geben den Impuls dafür, dass das vielkantige doppelschalige Samenkorn, das vom angelagerten Mehlkörper mit den nötigen Kohlehydraten versorgt wird, auskeimt und sein Wachstum aufnimmt, damit aus dem winzigen Samenkorn eine stattliche Zuckerrübe wird.

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