Die Jugend von heute im Blick

Von: Jörg Abels
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Anregende Gespräche – im Bild (v.l.) zwischen dem VIV-Ehrenvorsitzenden Heinrich August Schoeller, Matthias Simon und Staatssekretär Thomas Rachel – sowie ein wissenschaftlicher Impuls von Professor Klaus Hurrelmann zur „Generation Y“ standen im Mittelpunkt der VIV-Jahresanfangsveranstaltung. Foto: Abels

Hambach/Kreis Düren. Das Thema Bildung steht traditionell im Mittelpunkt, wenn die Vereinigten Industrieverbände zu ihrer Jahresanfangsveranstaltung einladen. Die Wirtschaftsstrategen der Unternehmen suchen nicht nur das Gespräch mit Politikern, sondern auch mit Vertretern von Schulen und Bildungseinrichtungen. Dabei darf ein gedanklicher Impuls nicht fehlen.

Den gab es diesmal auf Burg Obbendorf in Hambach von Professor Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance.

Doch bevor der Jugend- und Bildungsforscher Einblicke in die Denkweise der Jugend von heute, der sogenannten „Generation Y“ gab, blickte Matthias Simon, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Papier erzeugenden Industrie, stellvertretend für den geschäftlich verhinderten VIV-Vorsitzenden Dr. Stephan Kufferath auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen.

Simon machte deutlich, dass derzeit in Deutschland trotz eines schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes zwar kein Grund für Pessimismus bestehe, der Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aber jedes Jahr aufs Neue erkämpft werden müssen.

Ein entscheidender Fakt dabei sei das Gelingen der Energiewende. Bisher sei jedoch nicht absehbar, „dass die isolierte deutsche Energiewende tatsächlich gelingen wird“, betonte Simon. Er kritisierte die Bundesregierung auch an anderer Stelle: „Wer erst für die Mütterrente und die Rente mit 63 viele Milliarden ausgibt, und dann Mittel für Bildung und Infrastruktur fehlen, setzt eindeutig rückwärts- statt zukunftsorientierte Schwerpunkte.“

Worte, die Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungs- und -forschungsministerium, interessiert zur Kenntnis genommen haben dürfte. Simon betonte, dass auch eine aktive Integrationspolitik zu den Zukunftsaufgaben gehöre.

Es sei wichtig, Zuwanderern „die Chance zur Teilhabe durch Bildung und Ausbildung zu geben“. Er forderte zudem, eine größere Wertschätzung für „unsere Blaumannberufe“. Die ständigen Hinweise der OECD, Deutschland müsse deutlich mehr Akademiker ausbilden, „halten wir für falsch“.

Professor Klaus Hurrelmann, Mitautor des Buches „Die heimlichen Revolutionäre: Wie die Generation Y unsere Welt verändert“, machte deutlich, dass die heute 15- bis 30-Jährigen, die in einer Zeit der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit geboren wurden, zu flexiblen Lebensplanern geworden sind, die gelernt haben, dass es stets mehrere Optionen gibt.

Sie suchen Erfolgserlebnisse im Beruf. Freizeit und Familie aber dürfen nicht zu kurz kommen. Hurrelmann bezeichnet die „Generation Y“ als „digitale Eingeborene“, weil sie mit Computer und Smartphone aufgewachsen sind und als „heimliche Revolutionäre“, bei der das Fragen nach dem Warum Programm geworden ist.

Aber, und auch das machte Professor Hurrelmann deutlich, zur „klassischen Generation Y“ gehören nur etwa 60 Prozent der Jugendlichen, 40 Prozent passen nicht in das Raster. Aber genau diese 40 Prozent seien es, die auch die Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels benötige und nicht verlieren dürfe, machte Simon zum Abschluss deutlich.

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