Kreis Düren - Die Dürener Polizei rät: Augen auf, Taschen zu

Die Dürener Polizei rät: Augen auf, Taschen zu

Von: sj
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Gelegenheit macht Diebe: Die Polizei warnt vor Langfingern und ruft zu mehr Wachsamkeit auf. Wertsachen sollten in Rucksäcken und Taschen nicht nachlässig verstaut werden. Foto: imago/Schöning

Kreis Düren. Taschendiebstahl hat bundesweit Hochkonjunktur. Im Kreis Düren hat sich die Zahl der Anzeigen seit 2012 mehr als verdoppelt. Besonders oft schlagen die Langfinger in der Stadt Düren zu: In den ersten sechs Monaten des Jahres registrierte die Polizei 156 Fälle, im Stadtgebiet Jülich 30, im gesamten übrigen Kreisgebiet 82. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ein deutlicher Anstieg um 25 Prozent.

„Die Zahlen kann man nicht schönreden“, stellt Landrat Wolfgang Spelthahn als Leiter der Kreispolizeibehörde fest. Beim Versuch, Taschendieben das Handwerk zu legen, würden „polizeiliche Maßnahmen aber nur wenig fruchten“, fügt Spelthahn hinzu. Die Diebe würden oft in organisierten Gruppen arbeiten, schnell die Standorte wechseln, ließen nur wenige Beweise zurück und seien nur schwer zu überführen.

„Ziel muss es daher sein, den Dieben das Leben so schwer wie möglich zu machen“, sagt Spelthahn. Und dabei seien alle Bürger gefragt. Die Devise lautet: „Augen auf und Taschen zu.“

Warnungen der Polizei

Mit mehreren Aktionen in den Fußgängerzonen von Düren und Jülich haben Kriminalhauptkommissar Dietmar Schorn vom Kommissariat Kriminalprävention und seine uniformierten Kollegen versucht, die Passanten vor einem unbekümmerten Umgehen mit Tasche, Rucksack und Portemonnaie zu warnen und für die Gefahren zu sensibilisieren.

Wer beispielsweise seine Tasche offenließ oder die Geldbörse locker in der Hand hielt, erhielt eine Gelbe Karte – und Tipps zum Schutz gegen Taschendiebe. „Wir wollen verdeutlichen, dass es genauso leicht gewesen wäre, die Geldbörse zu entwenden, wie Karten zu platzieren“, erklärt Dietmar Schorn die Aktion.

„Immer dort, wo viel los ist, dichtes Gedränge herrscht, lohnt es sich für die Täter“, warnt Wolfgang Spelthahn. Viele Fälle gebe es in Einkaufsstraßen und am Bahnhof. Auch in den Kaufhäusern und Supermärkten nehme die Zahl der Fälle zu. Schorn: „Viele Diebe reisen mit dem Zug an. Sie gehen bereits beim Aussteigen auf Beutezug.“

Immer öfter werde grüppchenweise vorgegangen. Passanten würden „aus Versehen“ angerempelt, ein Täter fragt nach Wechselgeld, während ein anderer zugreift, eine Frage nach dem Weg erweist sich später als Ablenkungsmanöver – Tricks gebe es viele. Auch rund um Geldautomaten lohne sich ein prüfender Rundumblick. Oft würden Täter ihre Opfer dort ausspähen.

Die Polizisten auf Streife hätten zwar ein waches Auge, doch die Aufmerksamkeit der Bürger könne selbst ein Beamter an jeder Straßenecke nicht ersetzen. Dietmar Schorn rät, Wertsachen in einer mit Reißverschluss gesicherten Innentasche zu verstauen und niemals eine Konto-PIN aufzuschreiben.

Auch die Tarnung als Telefonnummer sei nicht sicher. Im Fall eines Diebstahls sollte das Opfer sofort alle Karten sperren lassen und Anzeige erstatten. „Wir gehen davon aus, dass trotz der gestiegenen Fallzahlen die Dunkelziffer sehr hoch ist“, sagt Schorn.

„Im Falle eines Diebstahls ist nicht nur das Geld verloren“, weiß Wolfgang Spelthahn aus eigener, schmerzlicher Erfahrung. Im Dortmunder Fußballstadion sei ihm jüngst das Portemonnaie gestohlen worden.

Zum Glück stolperte ein ehrlicher Finder über die Börse – ohne Geld und Kontokarten – und schickte sie dem Besitzer zurück. „Allen, die die Arbeit auf sich nehmen und mit solchen Funden umgehend zum Fundbüro oder zur Polizei gehen, gebührt ebenfalls Dank“, sagt Spelthahn.

Der etwaige Verlust aller Ausweisdokumente koste schließlich leicht 100 Euro und mehr und bedeute einen erheblichen Aufwand und so manchen Behördengang. Deshalb rät Spelthahn, auch Ausweisdokumente vorsichtshalber als Kopie aufzubewahren.

Tipps, wie man sich schützt und welche Tricks der Taschendiebe es gibt, sind auch in einer Broschüre zusammengefasst, die es bei der Polizei gibt.

Die Dürener Beamten selbst haben sich jüngst bei einer besonderen Einsatzgruppe in Köln fortgebildet. „Wir wollten lernen, wie man als verdeckter Ermittler Täter besser beobachtet und sich an sie hängt“, erklärte Dietmar Schorn.

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