Die Caritas hilft in Georgien den Ärmsten der Armen

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Über 400 Erwachsene und Kinder erhalten in der Suppenküche der Caritas in der georgischen Hauptstadt Tiflis eine warme Mahlzeit.

Düren. Dirk Hucko ist in eine andere Welt eingetaucht. Fünf Tage war der Vorstandssprecher der Caritas Düren-Jülich in Georgien und informierte sich in dem osteuropäischen Land am Kaukasus über soziale Projekte. Auf Einladung von Caritas International konnte er an dieser Dialogreise teilnehmen.

„Wenn man die Projekte gesehen hat, kann man sie sehr viel besser vertreten und den Menschen erklären, was mit ihren Spenden geschieht“, meinte er.

Viele Menschen in Georgien leben in großer Armut, berichtet Hucko. In der Hauptstadt Tiflis gibt es eine große Zahl von Straßenkindern, etliche sind verwahrlost, manche sind drogenabhängig oder schnüffeln. Die Caritas dort bietet ihnen eine Notschlafstelle und betreut sie durch Sozialarbeiter und Psychologen.

So gelingt es nach und nach, Vertrauen aufzubauen und die Kinder zu stabilisieren und – wenn irgendwie möglich – den Kontakt zur ihren Familien wieder herzustellen. „Die Caritas Georgien leistet hier Nothilfe und versucht, die Kinder wieder auf die Spur zu bringen, damit sie ihr Leben in den Griff bekommen“, berichtete Hucko. Das sei nicht einfach bei Kindern, die unter härtesten Bedingungen auf der Straße leben, „gelingt aber in vielen Fällen ganz gut“, erklärt er. Und während die Regierung früher das Problem einfach geleugnet habe, sei die gute Arbeit der Caritas inzwischen sehr anerkannt.

Ein zweites Einsatzfeld, das die deutsche Caritas aus Spenden unterstützt, ist die Hauskrankenpflege alter Menschen. In Georgien gibt es keine Pflegeversicherung, nur eine Einheitsrente, die bei etwa 70 Euro im Monat liegt. Mobile Krankenpflege war nie Teil der staatlichen Sozialdienste in Georgien – obwohl schätzungsweise 10.000 Menschen auf diese Hilfen angewiesen sind.

„Wir haben alte Menschen in katastrophalen Wohn- und Lebensbedingungen angetroffen“, sagt Hucko. Die Pflegeschwester der georgischen Caritas sei oft der einzige Lichtblick für diese Menschen. Mit deutscher Unterstützung sei es dabei in den vergangenen Jahren gelungen, überhaupt Pflegeschwestern adäquat auszubilden.

Im zentralen Rehazentrum der Caritas in Tiflis finden regelmäßig Fortbildungen in Physiotherapie, medizinischen Massagen, Diagnostik und Labor oder der speziellen Pflege von behinderten und bettlägerigen Menschen statt. Diese Kurse seien einzigartig in Georgien. „Auch wenn es gelungen ist, den georgischen Staat bei der Finanzierung mit in die Pflicht zu nehmen, ist diese wichtige Arbeit weiter auf große Unterstützung durch Spenden angewiesen“, sagte Hucko.

Zu den weiteren Projekten, die Hucko bei der Dialogreise kennen lernte, zählten ein Wohnhaus für behinderte, misshandelte und elternlose Kinder in dem Dorf Martkopi und eine Suppenküche für Arme in Tiflis. Hier essen an jedem Werktag 230 ältere Menschen und 180 Kinder aus dem Jugendzentrum. „Die Caritas in Georgien leistet mit den wenigen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, hervorragende Arbeit“, betonte Hucko. „Ohne sie würde es vielen Menschen noch sehr viel schlechter gehen.“

Generell kommt die Arbeit der Caritas nicht nur Katholiken zugute, von denen es in Georgien nur knapp ein Prozent der Bevölkerung gibt, sondern Bedürftigen unabhängig von Herkunft und Religion. So hat sie sich die katholische Kirche mit ihrer Caritas einen guten gesellschaftlichen Stellenwert erarbeitet – auch deswegen, weil die dominierende orthodoxe Kirche, der 85 Prozent der Menschen angehören, soziale Arbeit in dieser organisierten Form nicht kennt.

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