Kreuzau - Diamantene Meisterbriefe: Drei mal 60 Jahre Tradition im Handwerk

Diamantene Meisterbriefe: Drei mal 60 Jahre Tradition im Handwerk

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
Robert Zilken
Dreimal Diamantener Meisterbrief: Robert Zilken (von links), Josef Farber und Werner Ulrich Klinkenberg erhielten von Kreishandwerksmeister Pelzer, Geschäftsführer Günther und dem stellvertretenden Obermeister der Fleischerinnung die seltene Auszeichnung, die an die Meisterprüfung vor 60 Jahren erinnert. Foto: Fred Schröder

Kreuzau. „Drei Diamantene Meisterbriefe; das sind 180 Jahre Handwerkstradition“. Für Gerd Pelzer, den Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Rureifel, war die Übergabe dreier dieser Urkunden an die Fleischermeister Werner Ulrich Klinkenberg, Robert Zilken und Josef Farber eine kleine Lehrstunde, denn die Ausgezeichneten hatten gemeinsam am 24. November 1955 die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Aachen abgelegt.

Im losen Gespräch mit den drei „Diamantmeistern“ wurde aber deutlich, dass in der Wirtschaftswunder-Nachkriegszeit das Handwerk nicht unbedingt goldenen Boden hatte. Durch die sich gründenden Ketten der Lebensmittelmärkte und die Discounter geriet so mancher Handwerksbetrieb in existenzielle Schwierigkeiten, so dass einige Handwerksmeister die Segel streichen und ihre Betriebe schließen mussten. „Aber auch in anderen Tätigkeiten hat der Meisterbrief uns Türen geöffnet“, sagten die Jubilare einmütig, die in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft in Kreuzau geehrt wurden.

Werner Ulrich Klinkenberg aus Gürzenich musste in den Betrieb des erkrankten Vaters einsteigen und seine eigenen Berufswünsche zurück stellen. Der Vater verstarb ein Jahr vor der Meisterprüfung, so dass Werner Ulrich Klinkenberg den Betrieb bereits vor der Meisterprüfung übernehmen musste und ihn bis 1972 führte.

Robert Zilken, ebenfalls aus Gürzenich, war in mehreren großen Fleischereien in Köln tätig und wechselte später die die chemische Industrie.

Josef Farber aus Düren begann vor dem Zweiten Weltkrieg eine Lehre in der Verwaltung. Nach Rückkehr aus der Evakuierung konnte er nicht sofort wieder eingestellt werden.

Deshalb nahm er die Fleischerausbildung auf. Auch er war in mehreren Kölner Betrieben tätig, bevor er von 1955 bis 1970 seine eigene Metzgerei in der Eberhard-Hoesch-Straße in Düren führte und dann eine Tätigkeit im Verkaufsaußendienst aufnahm.

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