Inden/Niederzier - Der Tagebau-Feinstaub ist „im Griff”

Der Tagebau-Feinstaub ist „im Griff”

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Lagebesprechung im Indener Rathaus (v.l.): Bürgermeister Ulrich Schuster, Ausschussvorsitzender Josef Hovenjürgen und Bauamtsleiter Rainer Ortmann. Foto: Uerlings

Inden/Niederzier. Die Feinstaub-Konzentrationen rund um die beiden Tagebaue Hambach und Inden im Kreis Düren bewegen sich stabil innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Das erklärte Professor Peter Bruckmann vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Freitag im Indener Rathaus.

Der Landtags-Unterausschuss für Bergbausicherheit tagte dort und hatte einen Rapport angefordert.

Bis zu 35 Grenzwert-Überschreitungen pro Jahr seien zulässig, erklärte Bruckmann und präsentierte eine Übersicht der Messstellen. Seine Bilanz: „Im Rheinischen Revier werden alle Grenzwerte eingehalten - in Niederzier jetzt im vierten Jahr in Folge.”

Das war nicht immer so, die Messstelle nahe des Tagebaus Hambach ermittelte 2004 und 2005 zu viele Überschreitungen (48 beziehungsweise 42 Fälle im Jahr), seit 2006 aber hätten die vom Landesamt und RWE Power ergriffenen Maßnahmen im Rahmen der Luftreinhaltepläne Wirkung gezeigt. Im laufenden Jahr wurden die Grenzwerte 27-mal überschritten.

Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel Beregnungsanlagen oder permanent befeuchtete Transportwege. Die größten Staub-„Quellen” sind nach Angaben von Markus Kosma (RWE Power) die Förderanlagen, die Transportvorrichtungen und freiliegende Flächen in den Tagebauen. Sein Unternehmen hat in Verbindung mit der RWTH Aachen einen erfolgreichen Versuch gestartet, einen „Feinstaubkleber” zu testen. Das ist eine Magnesiumchlorid-Lauge, die den Staub besser bindet und die Flächen länger feucht hält.

In Inden sind die Erkenntnisse noch dürftig, da die Messstation in Lamersdorf noch nicht lange Daten liefert. In 2009 aber registrierte sie 23 Grenzwertüberschreitungen. Möglicherweise ändert sich die Datenlage, wenn - wie beschlossen - die Messstelle 2011 in Schophoven aufgebaut wird.

Anwohner und Ausschussmitglied Josef Wirtz erklärte, dass bei extremen Wetterlagen und im Sommer vor allem Grobstäube aus dem Tagebau wirbeln und die Anwohner beeinträchtigen. Zudem zeigten die Beregnungsanlagen auf dem Wall bei Schophoven bei starkem Wind keine Wirkung.
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