Der Steinkauz soll in den Dörfern bleiben

Von: Gudrun Klinkhammer
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Erich Schmidt, Doris Siehoff, Peter Cremer und Achim Schumacher (Mitarbeiter der EGE) eröffnete die neue Ausstellung im Wasser-Info-Zentrum-Eifel, die den Titel „Den Steinkauz im Dorf lassen“ trägt. Foto: gkli

Heimbach. „Vor exakt zehn Jahren starb Wilhelm Bergerhausen“, sagte Doris Siehoff. Unvergessen ist der Wahl-Heimbacher, der unermüdlich für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland im Einsatz war. Bergerhausen wurde nur 56 Jahre alt.

Mitte der 1970er Jahre startete er mit der damaligen „Aktion zur Wiederansiedlung des Uhus“ und etablierte die „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.“, kurz „EGE“. Doris Siehoff trat in seine Fußstapfen und eröffnete im Wasser-Info-Zentrum-Eifel (W.I.Z.E.) in Heimbach nun eine Ausstellung, die den Titel „Den Steinkauz im Dorf lassen“ trägt.

Viel Wissenswertes über den Kauz beinhalten sieben Stellwände. Siehoff berichtete, wie etwa die Jungkäuze und auch die ausgewachsenen Tiere beringt werden. Hilfreich dabei sind Nistkästen, die auf waagerechten Ästen installiert werden.

Verregnete Frühjahre

Zu Bergerhausens Zeiten, 1991, gab es im Kreis Düren 220 Punkte, die als besetzte Steinkauz-Reviere kartiert worden waren. Diese Zahl sank rapide. Siehoff: „2011/2012 war davon nur noch die Hälfte da.“ Im Kreis Düren wurden jetzt wieder 185 vom Steinkauz besetzte Reviere kartiert. Grund für den zwischenzeitlichen Rückgang waren verregnete Frühjahre und ein Mangel an Mäusen.

Im Gebiet der Stadt Heimbach waren diesmal nachweislich neun Reviere besetzt. In einem Revier wurde die Brut allerdings aufgegeben, in einem anderen Revier wurden zwar Käuze festgestellt, aber keine Brut. Zu sieben erfolgreichen Bruten kam es nun in Düttling, Hergarten und Vlatten. In diesen Orten konnten 20 junge Käuze beringt werden.

Die heute in Bad Münstereifel ansässige „EGE“ betreibt mit dem Aufhängen und Warten künstlicher Nistkästen so etwas wie ein „Wohnungsbauprogramm“ für den Steinkauz und wirbt bei Städten, Gemeinden und Landwirten für den Schutz dieser einst weit verbreiteten Eulenart. Für den Schutz der Steinkäuze in der Kölner Bucht wirbt die „EGE“ mit der Wanderausstellung. Die mobile Infoschau wendet sich speziell an Landwirte und andere Eigentümer von Streuobstwiesen sowie Kommunalpolitiker, auf deren Verständnis und Mitwirken es vor allem ankommt, sollen doch die Steinkauz-Lebensräume zunehmend besser geschützt werden.

Aber auch für andere an der Natur interessierte Personen dürften die sieben Rollups von Interesse sein. Der Leitspruch lautet: „Den Steinkauz im Dorf lassen.“ Der Nutzwert: Der Steinkauz ist ein Mäusefänger mit Geschichte.

Mehr als dreiviertel aller Steinkäuze in Deutschland leben in Nordrhein-Westfalen, ein großer Teil davon in der Kölner Bucht. Hier besiedelt der Kauz vor allem die mit alten Obstbäumen bestandenen Wiesen und Weiden am Ortsrand. Der Vogel braucht am Tag ein Versteck und zum Brüten einen Platz in einem hohlen Baum.

Jagd auf Mäuse

Die Höhle im Baum genügt nicht: Der Kauz ist für die Jagd auf Mäuse und andere Kleintiere auf das gemähte oder beweidete Grünland angewiesen. Wenn im Mai oder Juni ein Steinkauzpaar Junge zu ernähren hat, muss das Gras kurzrasig sein. Steht das Gras hoch, fangen die Käuze nichts und die Jungen verhungern.

Interessiert schauten sich als eine der ersten Besucher Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer und Erich Schmidt, W.I.Z.E.-Geschäftsführer, das Angebot an.

Die Ausstellung „Den Steinkauz im Dorf lassen“ ist noch bis zum 27. Januar 2017 im W.I.Z.E., Karl-H.-Krischer-Platz 1, Heimbach zu sehen. Die Öffnungszeiten sind täglich außer montags (auch an den Wochenenden) von 14 bis 17 Uhr.

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