Düren - Der Sommer will noch kein Ende nehmen

Der Sommer will noch kein Ende nehmen

Von: Ottmar Hansen
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Düren. „Das ist nicht der Durchschnitt!” Diplom-Biologe René Mause von der Biologischen Station des Kreises Düren drückt es noch vorsichtig aus. Gemeint sind die derzeitigen fast sommerlichen Temperaturen - im November.

Anfang des Monats wurden in Deutschland Tagestemperaturen von mehr als 22 Grad gemessen. Für die Jahreszeit ist es ungewöhnlich warm.

Etliche Bäume sind noch grün und denken gar nicht daran, ihre Blätter abzuwerfen. „Im Herbst haben die Kastanien noch einmal geblüht”, schildert Mause seine Beobachtungen. „Pflanzen und Tierwelt reagieren auf das ungewöhnlich milde Wetter.” So verschiebe sich der Abschied der Zugvögel, sie fänden ja schließlich hier noch Nahrung. Jeder wird zudem bestätigen können, dass Fliegen, Mücken und Wespen derzeit noch ihr Unwesen treiben. Eigentlich müsste ihre Saison längst abgelaufen sein.

Lange Trockenheit

Mause: „Die Mücken haben in diesem Sommer mehrere Generationen bilden können.” Sehr zum Leidwesen des Menschen, der jetzt noch ständig vor den Plagegeistern flüchten muss.

Jörg Klingenmeier, Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer für unsere Region, machen weniger die Temperaturen, sondern mehr die lange Trockenheit Sorgen: „Es könnten ruhig einmal 20 oder 30 Millimeter Regen auf den Quadratmeter fallen.”

Aufgrund fehlender Luftfeuchte könne der Winterweizen nicht richtig austreiben. Die Zuckerrüben, die derzeit am Feldrand auf den Abtransport zur Fabrik warten, schrumpeln in der Sonne und verlieren an Gewicht. Auch die Kartoffeln sind auf kältere Temperaturen angewiesen, sollen sie sich länger halten.

Einen Trost hat Klingenmeier für die Landwirte dann doch parat: „Der Läusebesatz im Getreide hat nachgelassen.” Dass der Handel wegen des sonnigen Wetters auf seiner warmen Winterkleidung sitzen bleibt, fürchtet Jörg Hamel, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren-Köln, nicht.

„Wir hatten im vergangenen Jahr einen sehr langen Winter. Da haben wir gesehen, dass sich Winterkleidung auch noch später an die Kundschaft bringen lässt.” Auch wenn der eine oder andere Geschäftsinhaber vorsorglich schon jetzt Rabatt auf seine Artikel einräume, rät Hamel den Kollegen: „Bloß keine Panik! Das kalte Wetter kommt schon noch.”
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