Kreis Düren - Der schneereichste Winterauftakt seit 1890

Der schneereichste Winterauftakt seit 1890

Von: kjl
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Schnee vom Norden, hier bei Gevenich, bis in den Süden des Kreises brachte der Dezember. Foto: Król

Kreis Düren. Um die Superlative des eisigen Schneemonats Dezember überhaupt richtig greifen zu können, muss man sehr tief in die Wetterakten schauen. In allen Höhenlagen wurde die niedrigste Durchschnittstemperatur seit 1933 gemessen.

Im Raum Düren, Kreuzau, Vettweiß und Nörvenich lag dieser Wert im Dezember bei -1,3 bis -1,8 Grad, und damit betrug die Abweichung extreme 5,0 Grad. Auf rund 500 m Seehöhe lag das Temperaturmittel in Vossenack bei -3,2 Grad. Ähnlich kalt oder kälter waren in Düren (seit der Stationsgründung 1930) nur folgende Dezember: 1933 mit -2,9 Grad und 1969 mit -2,1 Grad (Düren und Nörvenich). In den noch kälteren Dezembermonaten 1890 und 1933 herrschte andauerndes Hochdruckwetter mit sehr geringen Schneefällen, also kein Vergleich zur Kombination aus Schnee und Kälte im gerade abgelaufenen Monat.

Die Sonnenscheindauer betrug damals 60 bis 75 Stunden und jetzt leider nur 20 Stunden (Düren), auf den Bergen 9 bis 15 Stunden. Ursache für diese Sonnenscheinarmut im sowieso dunkelsten Monat des Jahres waren die häufigen Tiefdruckgebiete.

Neben den seltenen milden Tagen des Monats (10. bis 12.) mit nur 3 bis 6 Grad, wurde der strengste Frost diesmal bei aufklarendem Himmel im Südkreis gemessen. Hier ein kurzer Überblick: Embken -14,1 Grad, Vlatten -14,3 Grad, Drove -13,4 Grad, Heimbach -11,9 Grad und Düren -10,1 Grad. Insgesamt zwar keine rekordverdächtigen Minusgrade, die Anzahl der Frosttage aber - und das werden viele auch an der Heizkostenrechnung spüren - war extrem hoch.

In Düren wurden 26, in Zülpich und Drove 28 und in den Höhengebieten sogar 30 Frosttage gezählt. Das gab es zuletzt im Dezember 1969 und 1963.

Ähnlich sieht das Bild bei den Eistagen (Höchsttemperatur bleibt im Frostbereich) aus.

Wie schon 1969 wurden rund um Düren elf bis 14 Eistage gezählt. Von Schmidt bis Vossenack waren es sogar 20 Eistage. Mit Blitz und Donner (am 16.) zogen die Kaltfronten aus Norden über uns hinweg. Die seltenen Tage mit Sturmstärke 8 (wie am 4. Dezember) türmten die Schneemassen zusätzlich auf. Seit Jahrzehnten hat man nicht mehr solch hohe Verwehungen im Flachland gesehen.

Kaum Regen

Niederschlag fiel im Dezember fast ausschließlich als Schnee. Gegenüber normalen Dezembermonaten gab es 20 bis 40 Prozent mehr Niederschlag. An der Nordseite der Eifel und im Flachland erreichten die Summen beispielsweise 81 Liter in Heimbach und 66 Liter in Düren.

Viel interessanter waren die gewaltigen maximalen Schneehöhen im Dezember. Genau zu den Weihnachtstagen - und das gab es seit mindestens 120 Jahren nicht mehr - mussten die Wetterbeobachter Schwerstarbeit im Tiefschnee bei den Messungen verrichten.

Hier die wirklich seltenen Rekorddaten, die den Dezember mit seinem Schneereichtum unvergessen machen: Vossenack 65 cm, Vettweiß Brandenberg 45 cm, Drove und Heimbach 44 cm, Gürzenich 43 cm und Nörvenich 29 cm.

Vor allem im Bereich Zülpich, Düren und Aachen wurden zum Teil Jahrhundertrekorde gemessen. Die Schneedecke war für das Wild in den Wäldern der Eifel besonders tückisch. Regenfälle kurz vor Heiligabend gefroren zu einer Eisplatte, die in allen Höhenlagen mitten im Schneepaket steckte. Die Zahl der Schneedeckentage für den Monat Dezember lag auf den Höhenzügen bei 31.

In den Niederungen konnten die Beobachter meist enorme 28 Schneedeckentage zusammenzählen. In Düren wurde der Rekord seit Stationsgründung 1950 (22 Schneedeckentage) deutlich übertroffen.

Aber die Parkplatznot und die vereisten Straßen sind in den letzten Tagen verschwunden. Macht der Winter jetzt nur eine Pause? Betrachtet man in der Statistik die Folgemonate nach einem extremen Frühwinter, so fällt auf, dass der Januar und vor allem der Februar danach meist zu mild blieben.
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