Der November: Vom Martinssommer in den eisigen Winter

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Wetterfrosch
Der November war am Anfang ungewöhnlich sommerlich und ist dann in kurzer Zeit zu einem strengen Winter geworden. Der Wetterfrosch war also häufig auf seiner Leiter unterwegs.

Kreis Düren. Wie schon im Oktober, so wurde auch der November von zwei extremen Witterungstypen gekennzeichnet: Der Novemberfrühling (auch Martinssommer genannt) dauerte in diesem Jahr fast drei Wochen. Ein letztes Mal wehte - föhnunterstützt - ein Hauch von Warmluft in die Eifelregion und das Dürener Land.

Mit 17,7 Grad in Jülich und Hambach, 18,2 Grad in Kreuzau-Drove, 18,3 Grad in Düren und 18,7 Grad im Raum Zülpich wurden am 4. November die angenehmsten Werte gemessen.

So wenig Sonnenschein wie seit 1977 nicht mehr

Leider ging die Warmluft nicht mit Sonnenschein übers Land. Häufige Tiefdrucktätigkeit und Nebellagen gestalteten das Wetter oft trüb und schmuddelig. Nur 20 bis 40 Prozent der normalen Sonnenscheintätigkeit wurde in unserer Region erreicht. Der Föhn schaffte in Düren 43 Sonnenstunden, in Zülpich 41, in Drove 39, in Vossenack 33, in Heimbach und Langerwehe 31 und in Nörvenich 29 Stunden. So sonnenscheinarm war es zuletzt im November 1976 und 1977.

Trotz der frühlingshaften Phase in der ersten Monatshälfte sank der Monatsmittelwert durch die eisigen Tage nach dem 22. November noch in den Negativbereich. Bei einem Mittelwert von 4,0 Grad in Vossenack betrug die Abweichung -0,5 Grad. Ähnlich war es in den Niederungen (Abweichung Düren -0,3 Grad bei einem Mittelwert von 6,2 Grad).

Erst in den letzten Tagen des Monats gab es herbstliche Fröste und erste Schneefälle. Vom 22. November bis mindestens zum 10. Dezember ist die Temperatur in höchsten Eifellagen nicht mehr über ein Grad angestiegen. Die strengsten Fröste des Monats hielt der Morgen des 28. November bereit: - 7,9 Grad in Hürtgenwald-Brandenberg, - 7,7 Grad in Vossenack, - 7,5 Grad in Heimbach-Rurtal, - 7,6 Grad in Drove sowie - 6,7 Grad in Düren. Am Erdboden über der Schneedecke war das Rurtal bei Düren mit -10,5 Grad Spitzenreiter. Zudem wurden seit 1977 nicht mehr so viele Eistage in einem November gemessen (drei in Düren, Schmidt, Drove und Zülpich und fünf in Vossenack).

Schneefall 15 Tage vor dem langjährigen Mittelwert

Die erste Schneedecke des Winters (am 26. November) kam im Flachland schon 15 Tage vor dem langjährigen Mittelwert. Dauerfrost und Schnee haben den ersten Adventssonntag - wie schon lange nicht mehr - im ganzen Kreis Aachen geprägt. Die Eifelnordseite hatte dabei die höchsten Schneedecken zu bieten. Ende des Monats lagen in Zülpich acht Zentimeter Schneedecke, in Nörvenich sieben, in Vossenack bis fünf und in Jülich vier Zentimeter. Das hat sich inzwischen gründlich geändert, die Hocheifel ist vor dem dritten Advent regelrecht im Schnee versunken. Am 10. Dezember lagen in Mont Rigi 39 Zentimeter, in Lammersdorf 35 und in Mützenich 33 Zentimeter.

Deutliche Abweichungen zwischen den Regensummen der Nordeifelhochlagen mit Weststauregen und dem flachen Dürener Land mit einigen Föhnwetterlagen wurden von den Beobachtern abgelesen. Die drei niedrigsten Niederschlagsmengen fielen folglich in Vettweiß mit 46 Liter pro Quadratmeter, sowie 55 Liter in Zülpich und Nörvenich. Die höchsten Niederschlagsmengen fielen in Vossenack mit 118 l/qm, in Langerwehe mit 115 und in Schmidt 98 Liter. Aufgrund des Starkregens in der Nordeifel am 12. und 13. November gab es kurzzeitig sogar Überflutungen an der Rur und vor allem in Belgien. Im Raum Kalterherberg fielen am 13. November immerhin 58,6 l/qm in 24 Stunden (42 l/qm im Raum Aldenhoven).

Extrem niedriger Luftdruck

Ein weiterer Beweis für die Besonderheit dieses Novembers war der zeitweise extrem niedrige Luftdruck. Es war der dritttiefste Druckabfall seit 1945 in unserer Region. Platz 1 belegt der 26. Februar 1989 mit 958 hPa gefolgt vom 23. Januar 2009 (965 hPa) und jetzt am 9. November mit 974 hPa (gemessen in Vossenack). Den 11. November werden in diesem Jahr viele Karnevalisten mit dem Wetter in Verbindung bringen. Es gab zum Nachmittag Sturm der Stärke 8 bis 10. Zwischen Aachen und Düren wurden 89 bis 93 Stundenkilometer abgelesen.

Erneut starker Schneefall

Seit Anfang Dezember diktiert der Winter unsere Tagesabläufe sowohl in den Niederungen als auch in den Wintersportorten. Nach dem Maximum der Schneedecken vor dem dritten Advent gab es eine 48-stündige Tauwetterperiode. Schon am Sonntag kehrte der Winter oberhalb von 500 Metern mit Frost und Schnee zurück. Ab dem heutigen Mittwoch gibt es wieder mehrere Tage starke Schneefälle. Zurzeit zeigen die Vorhersagekarten sogar eine Andauer des Winterwetters bis Weihnachten.
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