Der „Flandrische Rambur“ wird im Kreis Düren gerettet

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Kreis Düren. Im Rahmen des LVR-Projektes „Lokale Obstsorten im Rheinland – vom Aussterben bedroht“ ist jetzt das neue Obstsortenhandbuch des Landschaftsverbandes „Lokale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!“ erschienen.

Das Buch ist das Ergebnis des Projektes an dem dreizehn Biologische Stationen, darunter auch die Biologische Station im Kreis Düren, beteiligt waren. Dank des LVR-Netzwerkes Kulturlandschaft mit den Biologischen Stationen im Rheinland förderte der LVR seit 2008 bis Ende 2016 das von 13 Biologischen Stationen umgesetzte Projekt mit insgesamt 440.000 Euro. Koordiniert wurde das Projekt von der Biologischen Station der StädteRegion Aachen.

Zahlreiche Obstsorten wurden identifiziert und einige im letzten Moment gerettet. Die Obstsorten wurden über Baumschulen nachgezogen und stehen jetzt zum Teil wieder zum Auspflanzen bereit.

Bereits 2010 wurde ein Obstsortenhandbuch mit 49 Sorten publiziert, jetzt wurde ein erheblich umfangreicheres Werk der Öffentlichkeit präsentiert. Es enthält Beschreibungen von 100 lokalen und regionalen Sorten des Rheinlandes mit Angaben zu Standorteigenschaften und Verwertungsmöglichkeiten.

Im Kreis Düren wurde ein Altbaum der Apfelsorte „Flandrischer Rambur“ entdeckt. Der Altbaum ist mittlerweile stark von Misteln befallen. Dank des Projektes konnten Jungbäume veredelt und somit die Sorte im Kreis Düren erhalten werden.

Einen besonderen lokalen Bezug gibt es zu der „Doyenné de Mérode“, eine Birne, die im Jahr 1819 von dem Birnenzüchter van Mons in Löwen zu Ehren des Reichsgrafen von Mérode und Marktgraf von Westerloo so benannt wurde. Hierbei handelt es sich eigentlich um die „Doppelte Philippsbirne“, die vermutlich um 1800 in Belgien entstand. Beschrieben wurde die Sorte erstmalig von dem Pomologen Alexander Bivort unter dem Namen „Philippe double“ („Doppelte Philippsbirne“).

Die Vermittlung von Wissen über Obstwiesen ist eine entscheidende Grundlage, zu dem das neue Obstsortenhandbuch einen wichtigen Beitrag leistet.

Die Biologische Station Düren bietet jeden Herbst eine Obstbaumbestellung an, bei der auch bestimmte Lokalsorten erhältlich sind. In diesem Jahr werden Juffernbirne, Flandrischer Rambur, Eifler Rambur und Doppelter Aachener Hausapfel angeboten.

Weitere alte Obstsorten sind auf der Homepage der Baumschule unter www.neuenfels.com zu finden. Das Obstsorten Handbuch kann bei der Biologischen Station im Kreis Düren für eine Schutzgebühr von sieben Euro (plus drei Versand) erworben werden. Infos gibt es unter Telefon 02427/9498717 oder per E-Mail (alexandra.schieweling@biostation-dueren.de).

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